Aus SPAR wird EDEKA – und was wird aus unseren Säften?
von: am 19.07.2006, 12:25 Uhr in Unsere Kunden

Das Logo mit der Tanne wird wohl bald der Vergangenheit angehören. Heute flatterte mir ein Werbezettel ins Haus mit der Information: „Aus Ihrem SPAR wird nah & gut“. Nah & Gut ist eine Vertriebsschiene von EDEKA, die SPAR gekauft haben. Damit geht die Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weiter und auch das mögliche Auslisten von Lebensmittelherstellern. Bisher gab es beispielsweise unsere Fruchtsäfte auch bei SPAR in Arnsdorf. Wird es Walther’s-Fruchtsäfte auch künftig noch bei nah & gut in Arnsdorf geben? Vielleicht sollte ich mal Björn Harste vom Shopblogger fragen. Der wird auch gerade von SPAR auf EDEKA umgeflaggt.

SPAR wurde 1932 in den Niederlanden gegründet und expandierte schnell weltweit. Interessant ist die Bedeutung der Buchstabenkombination SPAR. Wer denkt, daß es mit Sparen für den Verbraucher zu tun hat, irrt. Es ist Zufall, und die Assoziation nur in der deutschen Sprache möglich. Ursprünglich steht der Name in Holland für “Door Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig” was in etwa soviel heißt wie „durch einträchtiges Zusammenwirken profitieren alle regelmäßig”.
Daraus wurde dann kurz SPAR, eine mächtige Großhandelsgesellschaft, die bei Lebensmittelherstellern durch größere Mengenabnahmen bessere Einkaufspreise für ihre Mitglieder erzielen konnte. Indirekt profitierten davon natürlich auch die Verbraucher durch günstigere Preise. Aldi hat dieses System zur Perfektion getrieben mit dem Ergebnis: Gut für den Verbraucher, gut für Aldi, schlecht für die Hersteller von Lebensmitteln. Die müssen ständig rationalisieren um den Preisdruck der Discounter widerstehen zu können. Das geht oft manchmal auf Kosten der Qualität wie gerade wieder eine aktuelle Untersuchung von Greenpeace zeigt. Und nur so kommt es, daß auch sensible Lebensmittel mittlerweile global eingekauft werden. Welche Konsequenzen das für die deutsche Landwirtschaft hat, kann man jeden Bauern fragen und vielleicht auch demnächst bei den Farmbloggern nachlesen
Das Bild oben zeigt den SPAR-Markt in Arndsdorf bei Dresden.


Dazu, lang+english: Gurken im Wal-Mart.
http://www.fastcompany.com/magazine/77/walmart.html
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@h: Sehr interessanter Artikel. Danke für den Hinweis. Schade, daß er in englisch ist und somit für viele unserer Leser nicht so leicht verständlich. Vielleicht wollen Sie ja ein paar Kernaussagen übersetzen und hier veröffentlichen.
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Hallo Jörg,
was die Auswirkungen auf die Landwirte in D angeht sind wir am Ball und werden das bestimmt auch mal zum Thema machen. Im Moment bewegt uns die Getreideente und ein Bild vom Stoppelfeld läßt einem spontan die Kehle trocken werden. Darauf einen Walthers!
Gruß
Kai von den Farmbloggern
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ich dachte, björn “shopblogger” harste wird eben NICHT umgeflaggt? er eröfnnet heute sogar eine neue filiale, die das spar-ci hat…
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Ups, das verwundert mich auch. Und Danke. Ich habe eben gerade einen Kommentar bei Björn eingstellt und aufgrund Deines Beitrages hier nachgefragt. Die SPAR-Händler, die ich kenne, sagten alle unisono, daß jeder SPAR-Markt auf EDEKA umgerüstet wird.
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F: Wird es Walther’s-Fruchtsäfte auch künftig noch bei nah & gut in Arnsdorf geben?
A: Wenn der Händler dort selbständig ist, dürfte dem nichts entgegen stehen. Wir lassen uns ja auch von einem kleinen Safthersteller beliefern (Fabelsaft) und setzen uns für mehr Regionale Produkte kleiner Landwirte in den Märkten ein (Aktivist bei Weserklasse, Projekt Regionale Regale).
Wir als Selbständige können frei entscheiden. SPAR bzw EDEKA ist unser Lieferant, nicht unser Arbeitgeber. Und weil wir im Wirkungsbereich der SPAR Nordwest arbeiten, werden wir auch SPAR bleiben.
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Danke für die Info. Ich werde da gleich mal vorbeigehen, ist nur ein Katzensprung entfernt und nachfragen. Wenn ich demnächst in Bremen Kunden besuch, werde ich auf alle Fälle eure beiden Geschäfte aufsuchen, alleine schon deswegen, weil ich Zotter-Schoki mitnehmen möchte.
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@sdf: habe auf Deine Anregung beim Shopblogger nachgefragt und von shopbloggerswife eine schöne Antwort bekommen (“wir sind die Gallier des Nordens”). Auch “maschuu” hat einen interessanten link dort gesetzt, den ich hier aufnehmen möchte: http://tinyurl.com/mzq6t
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Ergänzend nochmal meine Einschätzung: Die selbständigen Händler der Spar und Edeka vergrößern ja durch den Zusammenschluss ihre Organisation. Das ist sicherlich erstmal eine Stärkung der Wettbewerbskraft. Einkauf und zentrale Belieferung werden effizienter. Davon profitiert dann auch jeder Selbständige und bewahrt sich somit seinen Freiraum bei der Auswahl direkter Lieferanten, die nicht über die Zentrale gehen (können). soweit die Theorie, time will tell. Regionale Lieferanten hatten es auch schon bisher schwer national gelistet zu werden.
Gruß
Kai
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Naja, die letzte Übernahme, die ich hier in Leipzig miterleben konnte (Marktfrisch –> Rewe), hat mich als Verbraucher sehr enttäuscht. Aus allen Marktfrisch-Märkten wurden REWE-Märkte, mit der Übernahme des Sortiments. Ergebnis: für mich uninteressant geworden, dort einzukaufen, da das REWE-Sortiment gelinde gesagt bescheiden ist. Wenn sie die Läden gegen MINIMAL ausgetausch hätten, wäre das noch ok gewesen. Aber so…
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Minimal wurde bei uns auch zum Rewe-Markt. Allgemein muss ich aber sagen, dass es für mich keinen großen Unterschied macht, ob ich zu Edeka oder Rewe gehe. Alle meine Einkäufe zusammengerechnet komme ich meistens auf einen sehr vergleichbaren preis. Anders sieht es aber tatsächlich bei regionalen Produkten aus. Da bietet mir Edeka doch ein wesentlich besseres Angebot.
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ich finde auch nicht, dass es einen großen Unterschied macht, wenn dort plötzlich ein anderer Name steht, denn irgend wie gehören die Meisten doch eh mittlerweile zusammen.
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