Der Beginn einer Epidemie des Weblogsterbens?
von: am 17.01.2007, 17:00 Uhr in Weblog, Öffentlichkeit
Die Meldung, daß Martin Röll sein Blog schließt, hat mich sehr betroffen gemacht. Ich kenne Martin nun schon ein paar Jahre, und dieser Bekanntschaft ist es zu verdanken, daß es unser Saftblog überhaupt gibt. Alleine dafür ein sehr herzliches Danke. Aber ein Blog ist eben nur ein Blog und der Mensch Martin mit seiner faszinierenden Art bleibt und wird an anderer Stelle wieder auftauchen.
Daß gerade Martin in diesen Tagen das Ende seines Weblogs ankündigt, paßt auch ein wenig in unsere Stimmungslage: Nach der Abmahnung des durch den DOSB im Dezember hatten wir ja auch ernsthaft in Erwägung gezogen, das Saftblog zu schließen. Und wie ich hier schon geschrieben hatte, haben wir mit der Abmahnung unsere Jungfräulichkeit verloren. Und ich erinnere mich auch, daß ja Frosta, das deutsche Unternehmensblog schlechthin, bereits vor einigen Monaten schon mal aufgeben wollte und aufgrund der massiven Interventionen der Blogospähre mit neuer Kraft weitergemacht hat.
Weblogs scheinen in eine Krise zu geraten. Und ein wenig befürchte ich, daß diese neue technische Form der Interaktion schnell sein Ende finden kann. Ist das Aus von Martins Weblog der Beginn einer Epidemie des Weblogsterbens?
Ach ich weiß nicht, ob man immer von ein paar Blog auf alle schließen sollte. Ich denke, wichtig ist, dass man weiß, warum man sein eigenes Blog macht.
Ich selbst sehe das Bloggen eher als Gedankenstütze in erster Linie für mich und meinen Freundeskreis. Von irgendwelchen Gemeinschaftsdingen (wir machen alle Ringelpietz mit anfassen, weil wir alle eine tolle Bloggergemeinschaft sind) hab ich noch nie was gehalten.
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Nein.
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Manueller TB: [...]Nein. Jede Woche entdecke ich neue wunderschöne Hütten, Häuser und Villen in Bloggersdorf, die es erst seit Wochen oder wenigen Monaten gibt[...]
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Ach, wenn der Hype geht, bleibt die Substanz. Ich halte es da mit Herrn A. von der Blogbar – die Scharlatane suchen ein neues Spielzeug, was man den Unternehmen verkaufen kann.
Blogs sind eine feine Sache, aber sie eignen sich nicht für jeden und alles. Als Kommunikationsmittel (privat oder im “bizzniz”) mit seinen Lesern / Kunden etc. eignet es sich hervorragend. Aber – dazu muss man a) was zu sagen haben, und b) auch wirklich Kommunikation wollen. Unidirektional PR-Müll abladen funktioniert nun mal nur begrenzt.
Gerade als Marketingmittel für KMU können (nicht müssen) Blogs sehr hilfreich sein. Aber – auch wenn sie in der Anschaffung “billig” sind, im Unterhalt sind sie “teuer”. Wenn nicht in direktem Geld dann doch in der Arbeitszeit, die man investieren muss, um das Blog am Laufen zu halten.
Nur meine Meinung
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Ich sehe das nicht als Anzeichen eines Sterbens. Immer wieder gehen Blogger ganz oder eben nur für eine Weile offline. Nicht selten können viele es eben doch nicht sein lassen und fangen wieder an, gleichgültig ob ein endgültiges oder zeitweiliges Ende angekündigt wurde. Ob Martin Röll es nicht lassen kann, wird sich zeigen. Keine Ahnung.
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Blogs kosten viel Kraft. Zumindest ist das bei meinem Blog so. Von daher kann ich durchaus verstehen, wenn man andere Möglichkeiten sucht.
So kann ich mir zum Beispiel eine Plattform vorstellen, auf der man zusammenarbeitet. Beim Saftblog schreiben ja auch min. 2 Leute.
Und so werden in Zukunft vielleicht mehr Blogs entstehen, die von mehr als einer Person getragen werden.
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Ich würde das auf keinen fall so düster sehen. auch statische websites oder onlinemagazine sind, und in oft noch höherem maß als blogs, von gelegentlichen abmahnungen oder anderen rechtsstreitigkeiten betroffen.
ähnlich wie zeitungen, websites anderer art oder foren (boards)haben kommunikationsprodukte einen lebenszyklus, einen produktzyklus. es ist nicht jedermanns sache, jahrelang oder gar jahrzehntelang zu bloggen (robert basic will bis 80 weitermachen – aber der ist ja aus vielen gründen hoch motiviert).
wenn ich mein webshop so in gang bringe wie sie mit ihrem tollen blog, und dazu noch freunde und neue user gewinne – also, da gibt es kein argument, den “blogladen” dichtzumachen. bei martin röll stehen andere faktoren im hintergrund.
weiter alles gute mit dem, was sie erreicht haben: eines der wenigen gelungenen corporate blogs. mfg alex wilcke
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Einen Blog alleine und über längere Zeit zu betreiben ist eine verdammt anstrengende Sache.
Ich schaffe meinen Blog nur mit der Hilfe meiner Mitautoren.
Da verwundert es nicht, dass ab und zu mal einer keine Lust mehr hat. Drohende Abmahnungen fördern die Lust auch nicht unbedingt.
Da fragt man sich doch, ob es nicht sinnvoll wäre, sich jemanden in der Karibik zu suchen, der den Blog betreibt. Sollen die doch mal versuchen eine Abmahnung in die Dominikanische Republik zu schicken…
Könnte fast eine neue Geschäftsidee für Aussteiger werden.
Gerhard Zirkel
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