Ist Arnsdorf auch Ostdeutschland?
von: am 27.01.2007, 18:15 Uhr in Öffentlichkeit
„Ostdeutschland – schlechte Stimmung wie noch nie“ titelt SpiegelOnline den Bericht über den Sozialreport des Sozialverbandes Volkssolidarität, eine Art Caritas des Ostens. Das Lesen der Zussammenfassung des Sozialreports erinnert mich ein wenig an die legendären Hefte Asterix und Obelix, die ich in meiner Jugend und auch späten Jugend gerne gelesen haben. Dort stand als als immerwiederkehrender Einstieg: „Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Gallien ist von den Römern besetzt … Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten…“
Das Dorf in die heutige Zeit und nach Ostdeutschland verlegt, könnte Arnsdorf bei Dresden sein, unserem Keltereistandort. Glaubt man nämlich den Erhebungen des Sozialreports, basierend auf den Befragungen von rund 900 Menschen in ganz Ostdeutschland, sind die Neuen Bundesländer von nie dagewesenem Pessimismus besetzt. Und von Pessimismus besetzt zu sein ist schlimmer, als von den Römern. Nur Arnsdorf und seine Bewohner scheinen dieser Pessimismusepedimie die Stirn zu bieten. Das ist zumindest meine Wahrnehmung der aktuellen Gefühlslage.
Außer in der Aufbruchstimmung unmittelbar nach der Deutschen Einheit, als man voller Euphorie im Osten ein neues Deutschland mitgestalten wollte und dann ganz schnell vom westdeutschen Bürokratismus gebremst wurde, habe ich in persönlichen Gesprächen und Beobachtungen noch nie soviel Optimismus und Zuversicht und auch Freundlichkeit bei meinen Mitmenschen gespürt. Sprechen Sie mal mit den oft gerade auch älteren Lohnmostkunden unserer Kelterei: Auch sind da weit und breit keine Jammerossis auszumachen, wie sie gerne von manchen Medien im Westen tituliert werden.
Nein, vielmehr sieht man Menschen, die anpacken und spüren, daß sich etwas zum Besseren bewegt und sie Teil der Bewegung sind. Firmen wachsen wieder, es wird investiert wie man mit dem bloßen Auge beim Gang durch unser Gewerbegebiet sehen kann, Arbeitsplätze entstehen. Keine Ahnung, wen die Interviewer des Sozialreports befragt haben, Arnsdorfer waren sicher nicht darunter. Und auch anderswo, in Dessau wie in Quedlinburg habe ich diesen dargelegten Pessimismus nicht erlebt.
Disclaimer: Mit der Erwähnung der Comicfiguren Asterix und Obelix in diesem Blogbeitrag wollte ich keine Markenrechte verletzen oder Rufausbeutung betreiben, um mehr Saft zu verkaufen. Sollte die Rechtsabteilung des Egmont Ehapa Verlag GmbH oder deren Rechtsanwälte meinen, uns Abmahnen zu müssen, bitte ich um eine konziliantere Vorgehensweise als die, die wir schon leidvoll erfahren mußten.. Rufen Sie einfach an, schreiben eine Mail, einen Brief oder ein Fax und wir werden Asterix und Obelix aus diesem Beitrag verbannen. Danke!


Hallo Herr Holzmüller,
vielleicht sollten Sie eine große Packung “Zauber-Saft-Trunk” in die Redaktion des Spiegelverlages schicken. Vor lauter Kraft werden die bestimmt dem Focus-Magazin eine feindliche Übernahme anbieten.
Wenn dann noch eine leckere gegrillte Wildschweinkeule ins Spiel kommt, wird auch der letzte pessimistische Redakteur erkennen, das sich im Osten etwas tut.
“Die Römer spinnen…!” ist eine Aussage von Asterix – vielleicht könnte man auch sagen: “Der Sp… spinnt…!”
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Oh, ja, das mit dem Zaubertrank ist eine gute Idee. Updesign kann da sicherlich eine Verpackung entwerfen, die nicht irgendwelchen Markenschützern zu einem jämmerlichen Zubrot verhilft, und als Inhalt schlage ich den Guten-Morgen-Saft vor.
Vielleicht als Werbeaktion als “Ostdeutscher Zaubertrank” (Zaubertrunk) in limitierter Auflage?
Gibt es eigentlich noch irgendetwas aktuelles zu der Aktion DeutschLandHerz?
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Die Aktion DeutschlandHerz ruht zur Zeit ein wenig, was die geplanten Aktivitäten über die Kelterei hinausgehend betrifft. Ansonsten hat sich gegenüber dem, was Kirstin hier im Interview gesagt hat, nichts geändert. Auch die Investitionen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro, die wir im Laufe des Frühjahrs tätigen wollen, werden wir bei Firmen aus Deutschland bzw. mit Produktionsstandort Deutschland bestellen.
Am Rande ist zu erwähnen, daß die Aktion DeutschlandHerz im Sommer 2005 ins Leben gerufen wurde. Ein Jahr vor der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, bei der ja bekanntlich die Fans die ja die deutschen Farben wieder salonfähig gemacht haben. Aber 2005 war das noch durchaus anders: wenn man aus dem Sächsischen kommt, mit fast zehn Prozent neobraunen Wählern bei den vergangenen Landtagswahlen, wird man schnell bei Verwendung der Begriffe „Deutschland“ und der Verwendung der Farben schwarz-rot-gold in eine nationale Ecke gestellt. So war zumindest der Eindruck bei zwei Presseanfragen. Wir haben uns da schon als Kelterei in den Schlagzeilen gesehen, die braunen Saft herstellen. Das Gegenteil ist da wohl eher der Fall, wie man hier sehen kann. Ein wenig entmutigt haben wir das Thema dann einfach mal von der Prioritätenliste gestrichen.
2006, zu Zeiten der Fußballweltmeisterschaft, als die Bildzeitung sogar Aufkleber in unseren Nationalfarben verschenkte, hätte wohl niemand Anstoß an der Aktion Deuschlandherz genommen. Im übrigen sei erwähnt, daß ausnahmslos alle Reaktionen neben den beiden Journalistenanfragen positiver Natur waren.
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Wo du gerade Dessau erwähnst….da fehlen IMHO lokale Kaufmöglichkeiten Eurer Säfte.
Aber als Dessauer kann ich zustimmen, auch hier ist von einer negativen Grundstimmung nicht allzuviel zu spüren. Ich persönlich finde die Stimmung sogar positiv wie lange nicht mehr.
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@Marko: Schön, auch von anderer Seite zu hören, daß die Ergebnisse des Sozialreports an der Realität vorbeigehen.
In Dessau gibt es übrigens unsere Säfte im Sanitätshaus Beeg, Auf der Raumer Straße 7.
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Könnte es sein, dass Arnsdorf noch kräftig von Leuchtfeuer des Dredner Leuchtturms beschienen wird? Hier in Oberlausitz ist der beschriebene Pessimismus alltäglich spürbar. Ohne, dass ich mich groß daran beteiligen würde.
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@Jörg
Wunderbar – wusste ich noch nicht.
Onlineshop schön und gut – aber Vor-Ort Kaufen ist natürlich weitaus bequemer.
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In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis, der sich von Annaberg über Freiberg, Dresden und Leipzig bis nach Bad Elster erstreckt, gibt es nicht einen dieser oft beschriebenen Dauerpessimisten. Klar hat jeder mal ein Tief und Zukunftsängste, aber niemand, den ich kenne, zieht sich deswegen in seinen Nörgelsessel zurück und schimpft von da aus bei Chips und Bier (oder auch Saft…) nur noch auf Gott und die Welt. Diese ständigen Berichte über den Transferleistungen empfangenden und trotzdem antriebslosen und unzufriedenen Ossi hab ich langsam satt. Das Einzige, was sie bewirken ist die Verfestigung von Vorurteilen bei den Menschen in Westdeutschland, die nicht jeden Tag hier sind und die reale Stimmung aufnehmen können, die sich sicher nicht wesentlich von der in NRW, Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder dem Saarland unterscheidet. Da es hier gerade paßt, will ich mal kurz mit einem Mißverständnis aufräumen, daß mir oft in Gesprächen mit Westdeutschen unterkommt: Auch auf meiner Gehaltsabrechnung erscheint der Soli. Auch wenn die arbeitende Bevölkerung im Osten die finanziellen Lasten (noch) nicht allein schultern kann, so leistet sie doch ihren Beitrag und hält nicht nur die Hand auf.
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@Kay: Na na na, Saft!
Das unser Saft fett- und glutenfrei ist, fördert er eher die Antriebskräfte beim Menschen.
Spaß beiseite: Es gibt halt zwei wahrgenommene Realitäten: so wie es tatsächlich ist und so was die Medien daraus machen. Das hat mich ja auch so an dem Sozialreport der Volkssolidarität gestört: Als westdeutscher Leser könnte man den Eindruck bekommen, der Osten, ein Volk von Nörglern und Pessimisten.
Und sie haben natürlich ganz recht, die Lage im Saarland oder Bremen oder Teilen von NRW ist sicher vergleichbar mit der in Ostdeutschland. Ich denke, daß es keine wirtschaftlich Trennlinie mehr zwischen Ost und West gibt: Sachsen mit seiner Entwicklung z.B.ist heute eher mit Hessen vegleichbar als mit Mecklenburg-Vorpommern. Das Saaarland eher mit Brandenburg usw.
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