Nacholympische Gedanken oder im Sport sind wir Spitze
von: am 30.01.2007, 19:04 Uhr in Nebenbei bemerkt
Noch nie hat eine deutsche Mannschaft bei Olympischen Winterspielen so viele Medaillen geholt wie in Turin. 29 insgesamt. Im Sport ist Deutschland Spitze. Warum dann nicht in der Disziplin Wirtschaft? Ich habe bei den Antworten der Sportler einiges herausgehört, was Deutschland und seinen Menschen vielleicht ein Vorbild sein kann:
Leidenschaft:
Der Weg zu einer Spitzenposition geht über Leidenschaft. Leidenschaft heißt für ein Ziel kämpfen, sein Talent voll entwickeln und an sich glauben. Wer sich für die Leidenschaft entscheidet, der entscheidet sich zugleich gegen Gleichgültigkeit, Niedergeschlagenheit und Egal-Mentalität.
Verzicht:
Die deutschen Spitzensportler müssen auf vieles verzichten auf dem Weg zu Ruhm, Ehre und Geld. Sie entscheiden sich freiwillig dafür, um den Erfolg für sich zu ermöglichen. Verzicht heißt für viele von ihnen zu erkennen, was nötig ist, um zur Spitze zu gehören. Verzicht heißt auch jeglichen Ballast abzuwerfen, damit man leichter seinen Weg gehen kann. Verzicht ist der Partner der Leidenschaft auf dem Weg zum Erfolg.
Eliteförderung:
Das Maß aller Dinge sind die Besten, nicht die Schwächsten. Nur wer bereit ist, mit Leidenschaft, Talent und Askese an sich zu arbeiten, gelangt in den Kreis der Auserwählten. In Disziplinen, wo deutsche Olympioniken keine Chance hatten, wurde erst gar nicht Sportler nach Turin geschickt. Dabei sein ist eben nicht alles, sondern höher, schneller, besser zu sein, wie es der Erfinder der neuzeitlichen Spiele, Baron de Coubertin, 1896 formulierte.
Innovation:
Kaum sichtbar für den Zuschauer ist, daß dutzende von Technikern und Ingenieuren versuchen, den Sportgeräten einen Vorsprung durch Innovationen zu geben. Nicht der beste Sportler gewinnt, sondern der, der auch das beste Material hat. Wer immer nur die gleiche Munition beim Biathlon ohne Berücksichtigung des Wetters verwendet, bleibt im wahrsten Sinn des Wortes auf der Strecke.
Leistung:
Leistung über alles. Die hochdekorierte Biathletin Uschi Disl mußte das schmerzhaft erfahren. Sie, die wie keine andere das deutsche Frauen-Biathlon in den vergangenen 15 Jahren zum Erfolg geführt hat, muß wegen ungenügender Leistung bei der Staffel auf eine Teilnahme verzichten. Der Trainer hat nach Sachlage entschieden ohne Ansehen der Person. Und Uschi Disl konterte beim abschließenden Massenstart mit Leistung und holte Bronze.
Verantwortung:
Klare Kompetenzen, klare Verantwortlichkeiten, wenig Diskussionen und noch weniger Konsensharmonie.
Mit diesen Tugenden waren die deutschen Olympioniken die erfolgreichste Nation bei Olympia 2006. Mit diesen Tugenden gewinnen nicht nur der im Rampenlicht stehende Sportler sondern auch die Trainer, Betreuer, Techniker und Ingenieure. Sie alle siegen und sichern sich damit Arbeitsplatz, Einkommen und Wohlstand. Der deutschen Nation sei es zum Nachmachen empfohlen.


Ich bin sprachlos. Diese Gedanken sind einfach nur preisverdächtig. Ich wünschte mir, daß diese Zeilen an unsere Regierung oder an die Presse weitergegeben werden, denn sie sind die Anleitung für Wohlstand in Deutschland.
Antworten
Ja, das war echt gut, (Herr) Holzmüller!
Antworten
Sehr gute Zeilen. Regt zum Nachdenken an. Mal sehen was ich als einzelne Person davon umsetzen kann, denn viele Glieder ergeben die Kette.
Antworten
Super geschrieben!!!
Link
Antworten