Schlimme Erinnerungen an die Jahrhundertflut werden wach

von: am 30.01.2007, 18:30 Uhr in Nebenbei bemerkt

Es regnet und es regnet heftig. Eben kam unsere Mitarbeiterin Jana Hentschel zur Arbeit. Frau Hentschel wohnt in Pirna, rechtseitig der Elbe. Das ist in diesen Tagen wichtig, denn dadurch muß sie nicht über eine der Elbbrücken. Denn in Pirna ist Katastrophenalarm ausgelöst. Und der weiterhin steigende Elbpegel läst nichts Gutes erwarten. Bald könnten wieder Brücken gesperrt werden – wie damals im Sommer 2002 als die Elbeflut vieles, was mühsam in den ersten Jahren nach der Wende aufgebaut worden war, zerstörte.

In Pirna mußten schon wieder zahlreiche Einwohner ihre Häuser verlassen. Geschäfte bleiben geschlossen, und schlagartig werden Erinnerungen an die Jahrhundertflut 2002 wach. Auch wenn die Überschriften in der Sächsischen Zeitung, der Lokalzeitung im östlichen Sachsen, noch beruhigend klingen sollen („Elbhochwasser steigt langsamer als erwartet“), sind die Ängste wegen einer möglichen Wiederholung der Elbeflut von 2002 überall vorhanden. Und wer das damals miterlebt hat und aktiv als Fluthelfer war, den überkommt eine Gänsehaut. Plötzlich sind wieder alle Bilder der schlimmen Augusttage 2002 im Kopf, hört man das pausenlose Motorengeräusch von Hubschraubern, die Menschen in letzter Sekunde aus lebensgefährlichen Situationen gerettet haben.

Und oben im Erzgebirge liegt noch immer Schnee. Der Skilift in Holzhau auf Erzgebirgskamm meldet heute früh Schneehöhen von „90 – 140 cm / teilweise noch 2,50 m“. Das heißt, die Schneeschmelze im Erzgebirge ist erst in vollem Gange und hat noch keineswegs den Höhepunkt erreicht.

Hier in Arnsdorf, wo die Kelterei Walther beheimatet ist, sind Überschwemmungen nicht zu befürchten. Lediglich eine ca. 20 Meter lange und 4 Meter breite Pfütze entlang der Kelterei deutet auf die Schneeschmelze der vergangenen Tage hin. Wir haben Glück hier im höher gelegenen Arnsdorf, und dafür sind wir dankbar. Sandsäcke brauchen wir hier Gott sei Dank nicht, Hochwasser kennt Arnsdorf nicht. Aber vielleicht helfe ich wieder, welche anderswo zu füllen: in Pirna oder Bad Schandau, Dresden oder anderswo im Elbtal.





Kommentare

3 Kommentare
  1. Kirstin Walther 31. März 2006, 21:24

    Das “Blaue Wunder” in Dresden war heute schon gesperrt.
    Leider war der Skilift in Holzhau wegen Unwetters doch nicht geöffnet, sonst hätte ich mein Snowboard noch mal rausgeholt. Schade!

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  2. Martin H. 3. April 2006, 12:36

    Im Gegensatz zu 2002 weiß jeder (bzw. kann es wissen) wie hoch das Wasser in den nächsten Tagen wird und kann einschätzen, was es bedeutet. Diesmal wird das Problem nicht der hohe Wasserstand (Schöna knapp 3 Meter unter 2002, Dresden 2-1,70 Meter unter 2002) sondern der langanhaltende Scheitel sein. Am Wochenende haben schließlich in den ersten Bundesländern die Osterferien begonnen.

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  3. Jogi 3. April 2006, 14:37

    In Obergurgl/Hochgurgl liefen die Lifte am Wochenende noch.
    Da macht das boarden Spaß :-)

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