Im Frostablog…
von: Kirstin Walther am 19.04.2007, 15:08 Uhr in Nebenbei bemerkt
… findet im Moment eine hochspannende Diskussion statt. Felix Ahlers (Vorstand) kündigt an, daß die Packungsgrößen der Frostagerichte verkleinert werden, damit keine optische Preiserhöhung stattfinden muß. Grund: enorm gestiegene Rohstoffpreise, bei Gemüse, Fleisch, Fisch usw.
Und einmal mehr bin ich begeistert, was Frosta da macht. Einfach die Karten auf den Tisch. Und einmal mehr, ist mir bewußt, daß es die richtige Entscheidung war, zu bloggen. Ich wünschte, daß ich mehr Mut hätte. So viel Mut wie Felix Ahlers. Lest Euch wirklich mal die Kommentare der Frostaleute durch. Aber Frosta ist beim Bloggen eben genauso konsequent wie beim Verzicht auf Zusätze, die im Essen einfach nix zu suchen haben.
Ich finde die Diskussion bezüglich der Preis- bzw. Packungsgrößenanpassung hochinteressant, als auch den Aspekt, was da gerade passiert. Oder sagen wir mal, wie und warum Unternehmen bloggen sollen, wollen oder können. Schon immer fand ich es spannend, was im Frostablog passiert. In erster Linie die Art und Qualität der Kommentare. Allein in dieser einen Diskussion stecken Unmengen von wichtigen Informationen über die Wünsche und Bedürfnisse von Frosta-Essern oder denen, die es werden könnten.
Frosta-Produkte sind toll! Und auch wenn Frosta im Vergleich zu uns ein riesiger Riese ist, gibt es einige Parallelen in Hinblick auf die Produktphilosophie. Ich habe bis jetzt erst zweimal Frosta-Produkte genießen dürfen. Ja, dürfen, weil es bei uns auf´m Dorf nix gibt.
Einmal habe ich Kalamaris-Filets im Plus bekommen. Das einzige Produkt von Frosta, was es dort gab. Und vor kurzem die Thai Green Curry – Pfanne. Die habe ich im Internet bestellt. Eigentlich wollte ich nur testen, ob das mit frischen Lebensmitteln übers Netz funktioniert und war beim Stöbern sehr erfreut, daß es auch Frosta-Produkte gab. Zu diesem Test gibt es noch einen Extra-Eintrag.
Wenn ich ehrlich bin, dachte ich, naja, ist toll, daß ich weiß, daß diese Thaipfanne ganz natürlich gekocht ist, wie selber gemacht halt, ohne Zusätze, die in Lebensmitteln nix zu suchen haben. Ich hatte nicht erwartet, daß es jetzt irgendwie völlig anders schmeckt. Eher die Sorge, daß es ungewohnt schmeckt, weil unsere Geschmacksknospen ja weitestgehend abgehärtet wurden, durch den gewollten oder ungewollten Genuß von Dingen, die künstlich aromatisiert sind. Aber, hey, ich war total begeistert. Gerade dieses Produkt – ein Geschmackserlebnis! Die Kalamaris-Filets sind auch etwas ganz Besonderes. Unbedingt probieren! Eine Kochanleitung gibt es hier und auch ein Bild, wie diese Riesentiere aussehen. Denen möchte ich keinesfalls beim Baden begegnen. ;o)
Eigentlich wollte ich aber etwas ganz anderes schreiben, nämlich:
- Lebensmittel sind in Deutschland viel zu billig!
- In Deutschland gibt es nur 5% Analphabeten – deswegen verstehe ich immer diese Diskussion wegen Mogelpackungen nicht.
- Ich schaffe locker eine Packung Thai-Green-Curry 600g alleine.
Danke, liebe Kirstin, für diesen sehr engagierten Artikel!
Als olle Taucherin könnt ich Dir auch noch das ein oder andere über mehr oder weniger freundliche Kraken erzählen… oder über die Mengen, die ich so an Essen vertilgen kann
(hab schon gewonnen!!! Liegt aber vielleicht auch an meinen verfressenen Labradoren – irgendwie färbt das ab..)
Um auf den Punkt zu kommen: JA – LEBENS-Mittel sind in Deutschland generell zu billig. Und besonders diese umweltschädigenden Flüge von hier in die Welt oder Transporte quer durch die Welt – aber das ist ein anderes Thema…
Ob “TiKo” generell überhaupt noch “Lebensmittel” ist – da fragen wir doch mal besser Susanne…
Laß es in Deutschland offizielle 5% Analphabeten geben… aber der durchschnittliche IQ liegt auch nur knapp über der Raumtemperatur… besonders, was Ernährungsgwohnheiten betrifft.
Was ich da so täglich in der Praxis höre – joj – oder im Notdienst sehe (Pizzakartons und Cola-Dosen) ojojojoj…
Das sind dann die menschlichen Mogelpackungen, die wir Ärzte sehen.. “Wie ernähren Sie sich?” “Normal..”…
Dann muß ich mir ernährungsphysiologische Horrorszenarien anhören.
Glücklicherweise gibt es Eure Säfte – die verordne ich jetzt regelmäßig – besonders Aronia – die ersten Studienergebnisse sehen übrigens sehr vielversprechend aus!
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hehe, jetzt hab ich auch bei FRoSTA gebloggt und einen schönen link zu Euch gebastelt…
Kann mir jemand hier erklären, wie das mit den “trackbacks” geht?! Bin ja noch Baby-Blogger…
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Hallo Kirstin, hallo Sarah,
die Produkte von Frosta sind schon in Ordnung. Eben weil keine Aroma- und Zusatzstoffe verwendet werden und die Roh-Zutaten nach meiner Einschätzung eine gute Qualität haben. Ein Kritikpunkt ist die Verwendung von Palmöl. Wobei ich nicht beurteilen kann, ob es möglich ist, hier alternativ Oliven- oder Rapsöl zu verwenden.
Aber vielleicht liest das ja hier jemand von Frosta, der uns das genau erklären kann.
Grundsätzlich ist Tiefkühlgemüse schon zu empfehlen. Es wird sehr frisch eingefroren und hat so noch mehr Vitamine als Gemüse, das schon ein paar Tage im Geschäft oder im eigenen Kühlschrank vor sich hin gammelt.
Es ist schon fertig geschnitten und macht entsprechend wenig Arbeit bei der Vorbereitung.
Also ideal für alle Vielbeschäftigten.
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Ich finde es klasse, dass Frosta damit Erfolg hat. In meinem Buch erwähne ich sie deswegen auch: http://www.leben-ohne-diaet.de/text/buch/manipulierte-lebensmittel/industrielle-verarbeitung.html
(letzter Absatz)
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@Horst: Ich möchte Ihr Buch gerne hier im Blog vorstellen. Können Sie mir ein Rezessionsexemplar zukommen lassen? Das buch würde ich gerne anschließend in den Bestand des Vereins Freunde und Förderer der Aroniabeere überführen, der sich auch grundsätzlich mit Ernährungsfragen beschäftigt.
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@ Jörg:
Das Buch gibt es übrigens auch komplett online zu lesen, wenn Du schon vorher einen Blick reinwerfen willst (siehe Link von Horst).
Aber ein Stapel Druckpapier macht sich natürlich im Bücherregal der VFFA nicht so gut
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Sehr geehrte Frau Walther,
Sie finden, dass in Deutschland die Lebensmittel zu billig sind? Die waren vor der Einführung des Teuro noch billiger, bis die Lebensmittelindustrie die sich bietetende Gelegenheit wahrnahm und größtenteils die früheren DM-Preise einfach in Euro übernahm.
Nun ist Ihre Meinung über die Preiswertigkeit der Lebensmittel nicht ausschlaggebend und Walthers ist nicht der Nabel der Welt. Die große und noch zunehmende Akzeptanz der Discounter wie z. B. Aldi und Lidl sprechen eine andere Sprache. Vielen sind die Lebensmittel in Deutschland zu teuer geworden, für manche sind sie gar unerschwinglich.
Sie schaffen locker eine 600 g Packung Frosta-Food alleine? Dann müssen Sie wohl leider in Zukunft zufüttern, denn Frosta packt demnächst nur noch 500 g in die Beutel, bei gleichem Preis, weil eventuell die zuküftigen Ernten teurer werden könnten. Steigen Sie doch einfach auf apetito um, da bekommen Sie 700 g für 2,49 Euro und lecker ist es auch.
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@ doc-sarah-schons:
Aronia wird als Heilpflanze geschätzt und ist als Arzneimittel nicht zugelassen, weil kein Wirkungsnachweis vorliegt. Und Sie verordnen das regelmässig?
Vielleicht auch noch als IGeL-Leistung?
Ich hoffe mal, Sie kennen das Heilmittelwerbegesetz.
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@ Edi Appel:
Klar kenne ich das Gesetz – ich “verordne” (hatte im posting oben doch glatt die Gänsefüßchen vergessen – sorry – so ist Ihnen glatt der Witz entgangen..)gerne auch Bücher, Filme, Theater- und Opernbesuche, neue Gedankenansätze und überhaupt alles, was meine Patienten interessiert und mit ganzheitlichen (LOHAS!), gesunden und glücklichem Leben zu tun hat und ihnen gut tun könnte…
Diese “Verordnungen” gibts mündlich oder auf kleinen post-it Zetteln als Info-Memo – und selbstverständlich gratis.
Das ist schlicht Service unserer Praxis -und ihr Mehrwert-: Spaß am Austausch !
Ich freu mich wie Bolle, wenn ich Patienten für sie gute und passende Produkte, Ernährungsweisen etc. empfehlen kann. Und die Patienten freuen sich auch.
Rückvergütungen bekommen wir natürlich von nirgendwem. Wir sind nämlich unbestechlich und legen großen Wert auf unsere Unabhängigkeit. Deswegen gibt´s bei uns auch keine
IGel -Leistungen, denn wir sind eine Privat-Praxis, keine Staatsmedizin-Sklaven – aus o.g. Gründen…
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nochmal @ Edi Appel – diesmal bezogen auf Ihr posting an Frau Walther:
Ich kaufe seit ewig bei ALDI – ja, und auch mein klassischer Warenkorb ging 1:1 von DM in EURO über – selbst dort.
Dennoch: etliche Nahrungsmittel sind in Deutschland zu billig. Besonders die tiereischen Ursprungs.
Mir stockt zB jedes Jahr zu Weihnachten das Blut in den Adern, wenn ich dort Hummer für 4,99 sehe. .. Tierische Produkte sind definitiv zu billig – egal wo – und verführen daher nicht nur zu Ressourcenverschwendung.
Think Big – im 360 Grad Winkel – interssante Infos über die Kausalitäten und Folgen liefert eine unbequeme Wahrheit auf linkliste und im Blog…
Wie sagte Brecht: “Der Mensch lebt für das Extra”. Das “Extra” ist kein Extra mehr, wenn es zu dumping Preisen angeboten wird und dabei die ökologische Katastrophe vorantreibt..
Die gute alte, vorwiegend pflanzliche Ernährung “von der Scholle” ist immer noch die sinnvollste…
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An Herrn Appel:
Zur Preisthematik zunächst ein mE bemerkenswertes Zitat von John Ruskin (1819-1900):
“Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte. Die Menschen, die sich nur am Preis orientieren werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu
erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das
Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.”
Die DM-Euro-Sache ist klar, das wundert mich manchmal auch. Aber man sollte, gerade bei Lebensmitteln als Verbraucher etwas über den Tellerrand schauen. Warum gibt es wohl Gammelfleischskandale und Pestizidprobleme bei Obst und Gemüse? Weil die Hersteller Lust haben dem Verbraucher die Gesundheit kaputt zu machen? Oder vielleicht deswegen, weil der Handel meint, daß er die Preise für den Kunden so niedrig wie möglich halten muß und der Hersteller anfängt Kompromisse zu machen, weil er extrem abhängig ist und ihm das Wasser bis zum Hals steht? Das ist keine Entschuldigung, aber es ist eine Spirale, die nach unten führt. Weil Fleisch so billig ist, wird auch viel zu viel davon gegessen, worüber sich unser Gesundheitssystem nicht sehr freut. Immerhin bezahlen Sie mit, wenn Ihr Nachbar keinen Wert auf sein Wohlbefinden legt…
Deutsche trinken ca. 30 Liter Apfelsaft (Weltmeister) im Jahr. Wissen Sie wo der Großteil in Form von billigem Apfelsaftkonzentrat davon herkommt? Aus China! Warum?
Tja, so viele Äpfel wachsen in Deutschland nicht und kein Bauer ist in der Lage zu den Konditionen, wie die Chinesen anzubieten, da kann er spritzen wie er will. Und wenn es noch Unternehmen gibt, die die einheimischen Äpfel noch selber pressen, dann haben die es ganz schön schwer, weil es natürlich unmöglich ist so billig zu produzieren, daß ein Liter dann für 0,50 Euro im Laden (z.B. Aldi) steht. Welche Alternativen hat man dann? Entweder billiges Konzentrat einführen und am besten die Produktion gleich ins Ausland verlegen, da sind die Arbeiter viel billiger. Wollen Sie weniger Arbeitslosigkeit in Deutschland? Die Lösung ist ziemlich einfach, finde ich…
Billige Lebensmittel sind ok, aber man sollte sich der Konsequenzen bewußt sein, wenn man immer so billig wie möglich kauft. Für sich (Gesundheit) und für die Gesellschaft.
Wenn ich sage, daß Lebensmittel in Deutschland viel zu billig ist, dann drückt sich das aus im Verhältnis zwischen Einkommen und Ausgaben für Lebensmittel und das ist gesunken. Vermutlich aber nicht, weil die Leute weniger essen…
Einen interessanten Link gibt es hierzu beim Bauernverband.
Das Schlimme ist: Was im konventionellen Bereich leider schon Normalität ist, findet jetzt auch im Biosegment statt.
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Kirstin, danke.
Du “sparst” mir einen Großteil meines Kommentars
Ich möchte bei der Abwärtsspirale noch etwas hinzufügen. Dadurch, dass “Die große und noch zunehmende Akzeptanz der Discounter wie z. B. Aldi und Lidl [...] eine andere Sprache [sprechen"], kriegen wir eine weitere Abwärtsspirale. Bauern bauen kein Gemüse/Obst mehr an, weil es sich nicht mehr lohnt. Stattdessen wird das Feld für Bio-Kraftstoff genutzt. Folge: Lebensmittel werden teurer, damit wir weiter halbwegs bezahlbares (Bio)Benzin haben. Frage, rhetorisch: was ist wichtiger, essen oder autofahren?!?
Zweiter Trend: Dadurch, dass so viele Leute bei “Aldidl” kaufen, prekarisieren sie sich auf Dauer selbst. Arbeitsplätze fallen weg (durch Automatisierung, durch fehlende Zulieferer, durch Abwanderung etc.), Einkaufsmöglichkeiten werden eingeschränkt (weil der kleine Markt um die Ecke verschwindet – und fahrt mal mit dem Fahrrad nach “draussen” ins EKZ), die Löhne sinken (Fragt mal Mitarbeiter der Schwarz-Gruppe, was sie denn so verdienen), die Qualität der Lebensmittel sinkt (Gammelfleisch etc.).
Und dann heisst es immer wieder, wenn es ums Sparen geht: Also, als erstes schränke ich mich beim Essen ein.
Warum nicht gleich das “Denken” einschränken?!?
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Wenn die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter wird, dann sind die Reichen eben in der Lage, sich deutschen Biosprit zu leisten. Hohes Einkommen, bedeutet in dem Falle hohes Ausgabepotential.
In der heutigen (gewünschten?) Ellenbogengesellschaft führt das eben auch zur Konkurrenz um Landfläche. Hohe Nachfrage (Ölpflanzen statt Lebenmittel) erzeugt hohe Preise.
Ob das noch etwas mit gesundem Sozialverhalten zu tun hat, das bleibt offen.
Darüber muss deutlich mehr diskutiert werden. Aber in den privatwirtschaftlichen Medienkanälen findet das nicht statt. Je tiefer das Niveau, desto mehr Quote. Und die Zielgruppe vom “Bildungsfernsehen” sollte ja auch klar sein. Der typische “Nur-Alidl-Käufer”-Cola-Chips-Bier-Tütensuppenkäufer ist es eventuell nicht.
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@Jörg: Gerne, das Buch geht morgen auf die Reise.
@Preisdiskussion:
Die deutschen sind wirklich Weltmeister im “Beim-Essen-sparen”. Ich finde übrigens, dass nicht nur Fleisch viel zu billig ist (im konventionellen Bereich). Wer im Winter Erdbeeren will, sollte ruhig teuer dafür bezahlen. Billig sollte nur das sein, was regional und sessional gerade verfügbar ist. Die Ausweitung des Preiskrieges auf die Bio-Branche ist leider sehr unschön. Die Qualität leidet, was aber erst beim genauen Blick offenbar wird.
Ich sehe ein, dass viele auch einfach zum billigsten greifen müssen, weil sie sonst nicht über die Runden kommen. Werden diese dann krank, übernimmt die Allgemeinheit die Kosten. Hier müsste man bereits vorher ansetzen und Folgekosten (für Gesundheit und Umwelt) in die Produkte einrechnen. Dann gäbe es keine billigen Lebensmittel mehr.
Beispiel: Ich selbst litt an Bluthochdruck und auf Medikamente angewiesen. Diese werden problemlos von der Krankenkasse gezahlt. Nun ernähre ich mich zu 99% biologisch und komme ohne die Medikamente aus. Den Mehrpreis muss ich aber selbst tragen.
Naja… genug davon…
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@ Kirstin Walther
Ich schreibe ja eher selber bei uns im Blog Beiträge, als dass ich mal in andere Blogs gehe und mir ansehe, was da so läuft. Aber alleine schon wegen diesen genialen Ruskin-Zitats hat es sich gelohnt, mal wieder hier reinzuschauen.
@ Susanne
Ich bin zwar von FRoSTA, leider aber nur ein handelsüblicher Controller und kein Lebensmittelfachmann. Deshalb muss ich zugeben, weiß ich nicht, was es mit dem Palmöl auf sich hat. (Ich wusste noch nicht mal, dass wir so was verwenden.) Was soll denn dagegen sprechen?
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@Frank: Palmöl enthält einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren. Davon nehmen die meisten ohnehin schon zu viel zu sich.
Die Paella war übrigens sehr lecker. Die Menge, die hier an Palmöl verwendet wird, soll auch nicht überbewertet werden.
Mich würde halt interessieren, weshalb hier kein Olivenöl anstelle von Palmöl verwendet werden kann. Könnte das mit der Konsistenz der Fette zusammenhängen?
Warum muss überhaupt das Fett mit in die Packung? Reicht es nicht, bei der Zubereitung zu Hause etwas Olivenöl zu verwenden?
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@Edi Appel: Sie finden, daß Lebensmittel in Deutschland zu teuer sind?
Gut, dann kaufen Sie halt bei Alidl das chinesische Saftkonzentrat. Ich fürchte dabei immer, daß da irgendwelche seltsamen Stoffe drin sind, auf die noch nicht geprüft wird.
Kaufen Sie halt beim Selbstbedienungs-Backladen die von kaum Versicherungs- und nicht-Steuerzahlenden Aushilfen aufgebackenen Teigrohlinge aus Polen, die einige Tage und hunderte von Kilometern auf der Autobahn hinter sich haben. Die schmecken zwar teilweise wie Pappe, sind aber billig. “Billig”, nicht “Günstig”.
Kaufen Sie halt beim Diskounter die abgepackten Fleischbrocken unbekannten Ursprungs, die auf saugfähiger Unterlage liegen, damit das wieder herausgelaufene Wasser wenigstens ein wenig zum Gewicht beiträgt.
Kaufen Sie halt im Midea-Markt (die mit der blöden Werbung) die B-Ware der Elekro-Hersteller, die garantiert ein Jahr weniger hält als aus dem guten Einzelhandel und mit guten Service.
Und dann treffen Sie sich zum Grillen mit billigen Würstchen mit dem arbeitslosen Nachbarn, und lassen sich von ihm erklären, warum ihn seine Firma rausgeschmissen hat.
Früher haben die Leute sich einen Mercedes gekauft, weil das Auto jahrelang und hunderttausende von Kilometern hielt. Und dann kamen die Einsparer. Hier ein Test weniger, da ein paar Mikrometer weniger, dort eine gut funktionierende Arbeitsgruppe weniger und nach Asien verschoben, und schon geht es mit der Qualität nach unten. Was haben Opel und Volkswagen gestöhnt, als nach massiven Einsparungswellen plötzlich die Reklamationen zunahmen und die Leute andere Automarken entdeckten.
Herr Appel, investieren Sie in qualitative Produkte, möglichst aus Ihrer Region. Das stärkt den Wirtschaftsraum Deutschland und wirkt sich im Endeffekt auf Ihre Krankenkassenzahlungen und Ihre Rente aus — auch wenn kurzfristig etwas weniger Geld im Geldbeutel übrigbleibt.
Sollten Sie allerdings nur Zahlungen durch Gesetze, die auf den vorbestraften Veruntreuer Peter Hartz zurückgehen, bekommen – nehmen Sie Ihren Bundestagsabgeordneten ind die Zange, protestieren Sie nicht nur im stillen Kämmerlein und tauschen Sie den Fernseher durch Bücher aus.
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Oh, das mit dem Hartz-Empfänger möchte ich zurücknehmen. Es lief gestern ein Beitrag im mdr (ja, zum Bügeln läuft der Fernseher) über einige bedauernswerte Leute, die nun wirklich unverschuldet kein Geld haben. Wenn man da doch etwas machen könnte, außer seinem Bundestagsabgeordneten zensiert!
Übrigens werden wir mit zwei Personen von 500g Frosta nicht satt. Für mich gilt auch die 3-Euro-Grenze nicht. Wie wäre es mit einem 2,99€-Beutel zu 500g, und einem 3,99€-Beutel mit 750g? Aber das schreibe ich lieber ins Frosta-Blog…
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Palmöl setzen einige unserer Lieferanten normalerweise zum Braten oder Frittieren ein. Einige konnten wir überzeugen extra für uns auf andere Öle zu wechseln, aber leider nicht alle. Und das immer dann, wenn die von uns benötigte Menge für den Lieferanten eher klein ist. Z.B. werden bei Kartoffeln irrsinnige Mengen mit riesigen Maschinen geschält, frittiert und gefrostet, sodass der Lieferant unsere Menge vorweg laufen läßt und dann für die Kartoffelindustrie produziert. Da ist es für ihn ein zu großer Aufwand (Kosten!), dass Öl zu wechseln.
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