Mal wieder: EU-weites Bio-Siegel

von: Kirstin Walther am 12.06.2007, 17:19 Uhr in Öffentlichkeit

Gerade auf LZ-Net entdeckt:

Auszug:

“LZ|NET/dpa. Ein neues Bio-Siegel soll Käufern von Öko-Lebensmitteln künftig EU-weit gültige Mindeststandards garantieren. Die Agrarminister einigten in Luxemburg auf eine entsprechende Neufassung der EU-Öko-Verordnung.

Das Logo soll von 2009 an Produkte kennzeichnen, die zu mindestens 95 Prozent biologisch erzeugt wurden. Nationale Qualitätszeichen wie das sechseckige deutsche Signet sowie bestehende Branchenzeichen von Ökolandbau-Verbänden wie Naturland oder Demeter werden ergänzt.”

Kritik:

“So würden die «klaren Verbotsvorschriften beim Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide» aufgehoben, auch gebe es Änderungen bei den Kontrollen von Importwaren.”

“Im Kreuzfeuer der Kritik steht eine Toleranzgrenze von 0,9 Prozent für genetisch modifizierte Organismen…”

Warum mich das überhaupt nicht wundert?

“Brüssel erhofft sich von der Überarbeitung der aus dem Jahr 1991 stammenden EU-Öko-Verordnung angemessene Mindeststandards für Bionahrung, ohne den boomenden Sektor mit zu hohen Auflagen zu bremsen.”

Das bestätigt uns in unserer Annahme, daß die Tage vom herkömmlichen Biogedanken gezählt sind. In Zukunft werden sich dann wohl solche Konzepte durchsetzen. Oder ganz einfach: Geht um die Ecke einkaufen, beim Metzger, Bäcker, Bauern etc. Eures Vertrauens – das ist dann unter Umständen sicherer als Bioware.

PS: Bin nicht sicher, wie aktuell die obige Siegelaufstellung ist, aber viel weniger werden es nicht geworden sein.





Kommentare

3 Kommentare
  1. Jörg Holzmüller 12. Juni 2007, 18:04

    Als Ergänzung paßt ganz gut der Artikel aus Spiegel Online: “Bio-Äpfel vom ende der Welt – eine Ökosauerei?”

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,487097,00.html

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  2. Ludger Freese 12. Juni 2007, 19:23

    Ich glaube, dass ein modernes und neues Biosiegel sich in Zukunft viel stärker am CO2 Ausstoß messen lassen muss. Regionaler Einkauf schont die Umwelt und ist somit letztendlich auch gut für unsere Gesundheit. Wir versuchen unsere Produkte in einen 50 km Radius um den Betrieb zu beziehen, damit wir regionale Produkte für die Verarbeitung einsetzen. Das gelingt nicht mit allen Produkten. Wir stellen aber zunehmend die regionale Nähe, vor dem Preis der Ware in den Vordergrund unseres Einkaufs. Dieses dokumentieren wir mit einem “Klimaschutzsiegel” auf der Ware. Unsere Kunden werden zunehmend sensibler und stellen Klimaschutz schon fast auf Höhe von Bioprodukten.
    Ideal sind natürlich regionale Bioprodukte, die es unmittelbar vor der Tür gibt.
    Das bedeutet eben auch, dass es gewisse Produkte (z.B. Äpfel) zu einer gewissen Jahreszeit nicht gibt. (Verzicht) Bei Spargel und Erdbeeren akzeptieren wird das auch.

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  3. URS 13. Juni 2007, 23:26

    Im Radio war ein Herr von Bioland(?), der dazu etwas mehr Hintergrundwissen feilbot.
    Es sei bei den Bio-Siegeln weiterhin verboten, Pestizide und Gentechnik zu nutzen. Wenn jedoch insgesamt mehr Gentechnik eingesetzt werde, könne man nicht verhindern, daß Einstreuungen auch in die Bio-Lebensmittel kämen, und deshalb die 0,9-Prozent-Grenze.

    Andererseits, wenn ich dem Finanzamt 0,9% Spielgeld gebe, “weil es Einstreuungen” gab, verstehen die auch keinen Spaß.

    Staaten sollen sogar auf Antrag einzelne Grenzen weiter zu Bio-Ungunsten verschieben dürfen, wenn sie diese Grenzen partout nicht erreichen können.

    Also, vergessen wir das staatliche “Bio”-Siegel und schauen weiterhin auf “Bioland”, “demeter”, … und die Postleitzahl.

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