Ist das Sorbus aucuparia (Edeleberesche)?

von: am 30.08.2007, 14:10 Uhr in Obst,Unsere Lieferanten

wir meinen “JA”. Auf jeden Fall ist es wohl nicht die einzige Pflanze, die sich über den seit 3 Tagen andauernden Regen freut. Zum Leidwesen des Bildbetrachters sind natürlich die schlechten Lichtverhälnisse bei solch einem Wetter, aber nachfolgende Fotos geben ganz gut die Fülle an Früchten auf den imposanten Bäumen wieder.

Bei unserem kleinen Sonntagsausflug zum Kids-Planet (auch Kunde von uns) und zum Bioeier-Bauern an der Babisnauer Pappel sind wir auf dieser wunderschönen Strasse gefahren.

Edelebereschenstrasse

Unser erster Gedanke war “Das ist doch Edeleberesche?”. Der nächste Gedanke “Wo ist die Kamera?” Wie man sieht, war sie an Bord.

Den einzigen Unterschied, den ich bisher von Eberesche zu Edeleberesche kenne “sie soll sauer schmecken, nicht bitter” Mein Mann konnte sich wieder nicht bremsen und kostete. Vielleicht lag es an dem unreifen Zustand, dass sie wohl sehr sauer, aber auch einen Touch bitter war. Wir (er) probieren(t) es in ‘ner Woche nochmal.
Zu Hause angekommen, nahm ich die Bücher raus, die ich gerade zum Studieren habe für ein “Aronia-Handbuch”. Dort stand drin, “sie unterscheidet sich von der gemeinen Eberesche durch die Blätter (größer, Basis spitz, Blättchen sind im unteren Drittel ganzrandig)…” (Wildobst im eigenen Garten, Leopold Stocker Verlag, 2002)

Ist sie es nun?

Eberesche nah

Übrigens…

Die Früchte der Edeleberesche, einer Züchtung aus Sachsen sind besonders groß und frei von Bitterstoffen. Sie enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen, nämlich 50 – 200 mg je 100 g und ebenfalls viel Vitamin A.

@Kirstin: Kann man die in der Zukunft auch zapfen?;)

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Kommentare

12 Kommentare
  1. Kirstin Walther 7. August 2006, 12:28

    Eigentlich halte ich es für ziemlich unwahrscheinlich, daß veredelte Ebereschen an der Straße gepflanzt werden. Aber kostet mal weiter.

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  2. Jörg Holzmüller (ehemaliger Mitstreiter) 7. August 2006, 12:43

    … ich kann ja schon mal mich um neue Mitarbeiter kümmern! :-)

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  3. conny 7. August 2006, 15:25

    >>Die Blätter sind das Erkennungsmerkmal. Bei der Edeleberesche sind sie 4-7 cm lang und im Gegensatz zur wilden Eberesche nicht ringsum, sondern nur am oberen Drittel des Randes gezähnt.

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  4. Evelyn 7. August 2006, 16:05

    Genau Conny, so sehen die Blätter auf den Fotos auch aus. Wahrscheinlich sind die Beeren noch zu unreif.

    @Kirstin: lt. Connys Beschreibung und allen anderen Literaturhinweisen sind die Blätter auf den Fotos absolut identisch.
    Ach so, was heißt “ohne dicke Stiele” in deiner Lohnmost-Beschreibung? Heißt das die Dolde ja, nur der dickere Stiel weiter hinten nein?

    @Jörg: so schnell kriegste uns jetzt nicht mehr los :-)

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  5. Kirstin Walther 7. August 2006, 16:06

    Ach so: Das mit dem “Zapfen” ist auf jeden Fall geplant. Hängt etwas davon ab, wieviele Edelebereschenquellen wir noch erschließen können bis zur Ernte.

    Falls die Beeren später nur noch sauer schmecken, könnt Ihr schon mal einen “Arbeitseinsatz” organisieren… ;o)

    An Jörg: Bis auf, daß man den bitteren Geschmack stundenlang nicht mehr aus dem Mund bekommt und sich ein wenig “high” fühlt für einige Stunden, sind die (wilden) Beeren – in Maßen genossen – unbedenklich. (Ich spreche da aus eigener Erfahrung… an der Obstannahme, denn jede Lieferung wird gekostet, weil Blätter ja nicht mehr dran sind!)

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  6. Ingmar Kaufmann 7. August 2006, 16:43

    Wenn die Beeren edel sind, wovon wir ausgehen, ist der Arbeitseinsatz fest gebucht bei uns. Dann habt ihr auf jeden Fall 400kg mehr!

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  7. conny 7. August 2006, 17:26

    @Evelyn: vielleicht ist hier ja auch was dabei fürs Aronia-Handbuch…
    http://www.garteninfos.de/wildobst/Dipl2-1.html

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  8. Evelyn 7. August 2006, 18:05

    @Conny: Vielen Dank für den Link und die Mithilfe. Aus dieser Arbeit habe ich viele interessante Informationen rauslesen können.
    Im Moment sitze ich über dem Buch “120 Jahre jung”
    Das Buch ist sehr sehr spannend für alle, die die Nahrungsmittel (und solchen die sich so nennen aber keine sind)verstehen wollen. Über biochemische Prozesse zu Oxidationen und für mich wichtige Aufgaben der Antioxidantien steht ne Menge drin und vor allem für den Laien auch verstehbar.

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  9. Matthias Erfurth 8. August 2006, 10:25

    Die Eberesche war übrigens der Baum des Jahres 1997 und nachfolgend noch ein paar Links dazu:
    Publikation der Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und interessant ist auch das Krünitz Lexikon zur Eberäsche von 1773.

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  10. Evelyn 10. August 2006, 10:11

    Danke Matthias, sehr hilfreich.

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  11. Stefan 18. Juli 2009, 18:46

    Hallo!

    Ich lese immer das sich die schädliche Parasorbinsäure nur durch erhitzen in Sorbit umwandelt. Ist dieses bei der EDELeberesche nicht so? Kann mir jemand Auskunft geben?

    Gruß Stefan

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    Thomas K.23. September 2014, 08:12

    ich bin derzeit auch am “Studieren” dieser Frucht da ich eventuell eine große Menge jährlich bekommen könnte. Das habe ich gefunden.

    ….. Nach den ersten Frösten verlieren die Früchte ihren durch die Parasorbinsäure hervorgerufenen bitteren Geschmack und werden leicht süßlich. Die Parasorbinsäure wird hierbei zur Sorbinsäure umgebildet. Regional, zum Beispiel im Bayerischen Wald und in Böhmen, wird aus den Früchten Konfitüre gekocht, die wie Preiselbeeren als leicht säuerliche Konfitüre zu Wildgerichten gereicht wird. Hierfür eignet sich besonders die Essbare oder Mährische Vogelbeere – Sorbus aucuparia edulis, auch moravica oder dulcis genannt, die einen höheren Zuckergehalt hat und frei von Parasorbinsäure ist und daher auch roh verzehrt werden kann.[19]

    Zwei verbreitete Kulturformen der mährischen Vogelbeere sind Konzentra und Rosina, deren Auswahl 1946 im Institut für Gartenbau Dresden-Pillnitz begann und die 1954 in den Verkauf gebracht wurden. Dabei ist Konzentra für die Entsaftung geeignet und Rosina für Kompott oder zum Kandieren. Andere Sorten die bitterstoffarm sind, ähnlich der mährischen Vogelbeere, sind die aus Südrussland stammenden Kulturformen Rossica und Rossica Major.[20] Weitere essbare Sorten stammen aus Klosterneuburg in Niederösterreich.[21] Es existieren Hybride mit anderen Fruchtbaumenarten, die zum Verzehr geeignet sind. Dazu zählen Burka, Likjornaja, Dessertnaja, Granatnaja, Rubinovaja und Titan.[20]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vogelbeere



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