Aroniaprobe per Post

von: am 07.08.2007, 14:06 Uhr in Aronia,Unsere Kunden,Unsere Lieferanten

Am Freitag rief eine Dame bei uns an, die gern per Ferndiagnose einen unbekannten Strauch in ihrem Garten bestimmt haben wollte.

Sie vermutete schon, dass es eine Köstlichkeit sein muss, denn die Drosseln und Amseln stürzten sich jedes Jahr drauf. Es gibt zwar einige Beeren, die für Vögel essbar sind, aber für den Menschen ungenießbar – andersherum aber auch für den Menschen köstliche Beeren, die die Vögel genauso gern picken.

Ein kleines Paket überraschte mich am Montag morgen. Sehr sogfältig eingepackt, fand ich einen lieb geschriebenen Zettel auf dem sich Frau D. aus N. schonmal vorab bedankte für die Beratung am Telefon. Darunter in einer weiteren Folie verpackt eine kleine “Vase” in der ein Stück des Strauches mit den Beeren steckte. Dank des Wassers sah es sehr gut aus, obwohl die Beeren ihr Wochenende bei der Post verbrachten.

Ein kurzer Blick, dann die Kostprobe und es war klar, dass es sich um eine Aroniabeere handelt. Da die Beeren noch sehr sauer schmeckten, wollte ich auch mal wissen, wie man den Reifegrad analysiert.

Dafür holten wir uns von unserem Kellermeister Jens ein Refraktometer. Wenn bei uns in der Kelterei Früchte verarbeitet werden, höre ich sehr oft die Wörter Oechsle und Brix, die man mit genau diesem Refraktometer ermitteln kann.
Und so funktionierts:

Man nehme eine beliebige Frucht – in unserem Fall die Aroniabeere von Frau D. aus N. und drücke sie bis ein Tropfen aus der Frucht kommt. Diesen gebe man möglichst blasenfrei auf das Glas des Refraktometers, welches dann mit der Klappe verschlossen wird, damit der Tropfen nicht weg läuft. Beim Blick durch das Messgerät zeigte es mir einen Wert von 70 Oechsle an, das entspricht ungefähr 16,5 Brix.

Doch was sagt das? Hier ist eine Tabelle in der die Reifegrade mit Brix Werten beschrieben werden.
Das heißt also, dass Frau D. aus N. die Beeren ruhig noch ein bißchen hängen lassen kann. Das ist auch gleichzeitig ein Wunsch an unsere Lohnmostkunden, die zur Zeit minutenweise bei uns anklingeln und alle meinen, dass IHR Obst schon reif ist.

Je besser (reifer) die Früchte sind, desto besser schmeckt auch der Saft!

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Kommentare

4 Kommentare
  1. Kirstin Walther 9. August 2007, 16:20

    Das ist aber ein schöner Eintrag. Und ich hatte mir das gestern von KelTermeister (nicht Kellermeister by the way ;o)) Jens auch noch mal ausführlich erklären lassen.

    Interessant finde ich, daß Dein Artikel, Evelyn, sehr viele Ansichten hat und wenige Kommentare. Ob das wohl an den Schlagwörtern liegt?

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  2. Django 9. August 2007, 18:34

    Ich finde auch, daß das ein schöner Eintrag ist. :) Und wieder was gelernt. Über Hightech-Geöchsele. 😉 Dankeschön.

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  3. Maria 10. August 2007, 10:22

    Mama abeita -toll zu lesen und zu sehen

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  4. Vangelis 11. August 2007, 04:13

    eine sehr schöne Geschichte … so wie sie eben nur das Leben schreiben kann. Und vor allem wer glaubt schon solch seltene Frucht im Garten stehen zu haben.

    PS. Die Vögel fressen meine Blaubeersträucher im garten auch immer leer 😉

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