Granatapfelsaft ja oder nein?

von: waladmin am 25.10.2007, 8:48 Uhr in Aronia

Bild: www.pixelquelle.de

In jüngster Zeit häufen sich Anfragen, ob wir auch Granatapfelsaft im Angebot haben. Seit wir bei der neuform Exclusivpartner sind, läuft uns dieses Produkt von vielen verschiedenen Anbietern öfter über den Weg. Denn im Reformhaus gibt es ihn in verschiedenen Varianten. Wenn man die Werbeflyer der entsprechenden Hersteller liest und sich im Internet ein bißchen schlau macht, scheint dieser Saft aus ähnlichen Gründen, wie unser Aroniasaft gekauft zu werden.

Wir sind ja nun eigentlich nicht wirklich auf Säfte, mit besonderen gesundheitlichen Wirkungen spezialisiert gewesen… Einheimisches REIFES Obst ist allerdings mitunter viel gesünder, als z.B. Zitrusfrüchte, die unreif geerntet werden, damit sie die lange Reise ins Bestimmungsland überstehen.

alte Walther´s-KinowerbungMein Urgroßvater begann Säfte zu keltern, damit das Obst, welches zu einem gewissen Zeitpunkt reif wird, auch im Winter und dann in flüssiger Form genossen werden kann und nicht verdirbt, wenn man nicht alles verwerten kann. Auch jetzt legen wir Wert darauf, daß das Obst, sobald es zur Kelterei gebracht wurde, so wenig wie möglich bearbeitet wird. Immer auf dem schnellsten und schonendsten Weg in die Saftbox, damit man wirklich von flüssigem Obst sprechen kann.

Außerdem weiß man inzwischen, daß bestimmte gesunde Inhaltsstoffe, die Obst hat, vom Körper besser aufgenommen werden können, als wenn man es roh ißt. Das finde ich ziemlich spannend. Stichwort ist hier Partikelgröße. Es ist inzwischen bekannt und nachgewiesen, daß der Organismus bestimmte Inhaltsstoffe von Obst oder Gemüse besser aufnehmen kann, wenn die Zellstruktur mechanisch zerstört wurde. Um so kleiner die Partikel sind, umso besser die Bioverfügbarkeit der gesunden Inhaltsstoffe im Organismus. Bei der Saftherstellung wird das Obst ja zermahlen, deswegen sind die Partikel kleiner, als wenn man einen Apfel z.B. im rohen Zustand ißt. Vermutlich wurde uns deshalb auch beigebracht, immer gut und lange zu kauen, bevor wir die Nahrung in den Magen befördern.

Aber zurück zum eigentlichen Thema:

Die Aroniabeere fingen wir vor einigen Jahren an zu verarbeiten, weil uns Obsterzeuger einfach ansprachen, die diese besondere Frucht hier in Sachsen anbauen. Das haben wir damals begonnen, weil die Beere halt hier um die Ecke wächst. Daß sie so wertvolle Inhaltsstoffe hat, erfuhren wir erst viel später – von unseren Kunden natürlich.

AroniasaftWenn die wissenschaftlichen Studien und die Informationen, die wir aus dem Forschungsprojekt heraus bekommen, stimmen, scheint die Aroniabeere dem Granatapfel aber in nix nachzustehen. Aktuellen Untersuchungen an der Uni in Potsdam (Forschungsprojekt) kann man ableiten, daß die antioxidative Kapazität unseres Aroniasaftes deutlich höher ist, als beim handelsüblichen Granatapfelsaft.

Trotzdem überlegen wir im Moment, ob man die Nachfrage der Kunden bedienen sollte. Im Gegensatz zur Aroniabeere wächst der Granatapfel natürlich nicht hier um die Ecke und vermutlich könnten wir die frischen Früchte nicht so ohne weiteres verarbeiten, sondern müßten in diesem Fall Granatapfelmuttersaft zukaufen und bei uns abfüllen.

Was meint Ihr dazu?





Kommentare

26 Kommentare
  1. Manuel 21. März 2007, 13:02

    Hmmm…

    Jetzt noch auf den Granat-Hype(tm) aufspringen?

    Wie schmeckt der Saft eigentlich? Ich muss gestehen, ich habe das Zeug noch nie angerührt ;-))

    In welcher Form würdet ihr denn das anbieten können, sprich: Saftbox oder Flasche? Ist die Ausbeute höher oder niedriger als bei der Schwarzbeere, ähhm. Aronia?!?

    fragender Gruß,
    Manuel

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  2. Kirstin Walther 21. März 2007, 13:25

    Also ich habe schon verschiedene Varianten probiert. Es scheint zwei Arten von Saft zu geben. Einmal aus der kompletten Frucht mit Schale, der ist brrrrh – die reine Gerbsäure, aber dadurch vermutlich auch wirksamer…

    Und Saft aus diesen roten Körnern die da drin sind, der schmeckt so süß-bitter irgendwie, eher in Richtung Aronia.

    Ausbeute? Keine Ahnung. In meinem alten Obstbuch steht: 60%.Wenn man mit Schale presst, ist es wahrscheinlich weniger. *schulterzuck*

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  3. donner-littchen 21. März 2007, 14:26

    Würde mich schon interessieren wie der aus dem Pack schmeckt.
    Frisch gepresst in der Türkei jedenfalls ein Hochgenuss.

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  4. Martina 21. März 2007, 14:40

    Dem Granatapfel wird nicht nur eine positive Wirkung bei der Bekämpfung von Prostatakrebs nachgesagt sondern offensichtlich in einigen Studien auch schon bewiesen. Aus diesem Grund sehe ich schon einen Absatzmarkt für Euch, wenn Ihr den Saft hochwertig (h)erstellt.

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  5. Ingmar Kaufmann 21. März 2007, 15:37

    Martina, da stimme ich Dir zu. Hochwertig gepreßt und abgefüllt in die Box könnte er ein Renner werden, insofern die vielen Studien auch der Wahrheit entsprechen.

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  6. Robert 21. März 2007, 18:19

    wenn’s den bei euch gäbe, würden wir den auch mal probieren!
    3 liter saftbox natürlich :)

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  7. Christian 21. März 2007, 18:25

    “Ißt”, nicht “ist”. Darüber stolpert man beim Lesen – mehrfach.

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  8. Kirstin Walther 21. März 2007, 18:30

    Ohje, stimmt! Danke Christian, wird sofort geändert…

    Wie peinlich.

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  9. Martina 21. März 2007, 18:39

    @Ingmar:
    ich wurde von einem PCa-Betroffenen einmal gefragt, wo man in Bonn an Granatapfelsirup käme. Und ich musste ihn an ein Indisches Lebensmittelgeschäft verweisen. Im Reformhaus hätte der Saft ihn mindestens das drei- bis vierfache gekostet.

    Ich schau mal, ob ich irgendwo eine der Untersuchungen / Tests zu Granatapfel im Web finde.

    Im übrigen solltet Ihr Eure Entscheidung über eine Kosten/Nutzenanalyse treffen. Rentiert sich die Produktion? Welchen Preis könnt Ihr verlangen, so dass es für Euch Gewinn abwirft, Ihr aber dennoch unter den anderen Anbietern bleibt.

    Der Bedarf ist garantiert da; ob Ihr aber gewinnorientiert (was ja Euer legitimes Ziel ist!!!) produzieren könnt, können wir hier nicht sagen.

    Ich könnte mir nur vorstellen, dass – solltet Ihr als “Quelle” bekannt werden, Ihr sicherlich viele Kunden haben werdet – da viele Männer ab 50 leider mit dem PCa zu tun haben (mehr oder weniger).

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  10. Doc Sarah Schons 21. März 2007, 19:13

    Frau Doktor sacht:
    Nach aktueller Datenlage kann Aronia das alles auch.. :-) .. Nur als Aphrodisiakum ist Aronia halt noch nicht so von der Antike her bekannt.. Könnten wir ja alle mal testen :-)))

    Frischer Granatapfelsaft ist schon arg lecker.. und könnte das Angebotsspektrum prima erweitern.. und Ihr Euch noch als “Gesundheitssaft-Hersteller” weiter profilieren.. 😉

    Aber ist nicht Euer “USP”, daß Ihr Säfte aus heimischen Obst presst?!
    Und ist nicht Euer toller Aronia-Saft, für den Ihr ja DIE Anbieter seid, noch zu jung am Markt, um die Positionierung mit Granatapfelsaft zu “verwässern”?!

    Isch weiß ja nix vom Marketing – hab nur so´n Bauchgefühl, daß es besser wäre noch ein Jahr Aronia zu promoten und bei heimischen Gewächsen zu bleiben (Klimadiskussion, Transportwege etc.) und dann zu sehen, ob der Granatapfel-Hype dann noch lebt. Der erinnert mich nämlich schwer an Kürbiskern-Öl, Schwarzkümmel-Öl, Grapefruit-Kern-Extrakt, Aloe, Noni und was wir sonst noch für “Wunderdrogen” am Markt hatten…

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  11. micha 21. März 2007, 19:46

    Ich denke auch, dass es gut ist, sich auf die Obstsorten zu beschränken, die heimisch sind. Andrerseits ist es sicher immer gut, wenn man sich gegenüber dem Mitbewerber absetzen kann. Aber ich denke auch, wie Sarah oben schrieb, dass dadurch der Aronia verwässert werden könnte. Obwohl, eine Mischung aus beiden ist vielleicht auch nicht schlecht.

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  12. Kirstin Walther 21. März 2007, 19:53

    Sarah: Bzgl. Aphrodisiakum nur so viel: (hoffentlich gibt das keinen Ärger) Jörg und ich waren vor einiger Zeit beim Radeberger Apotheker. Der ist nämlich ein Aroniaspezialist und empfiehlt den Saft seinen Patienten schon seit Jahren. Als die beiden dachten, ich höre nicht zu, kamen mir Dinge zu Ohren, die so klangen, als ob sie über diese blaue Kapsel mit V reden würden. Das Gespräch drehte sich allerdings um Aroniasaft. ;o) Aber bei Männern weiß man ja nie… womit die sich so die Taschen vollhauen… ;o)

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  13. Doc Sarah Schons 21. März 2007, 20:37

    @Kirstin:
    (hoffentlich gibt das auch keinen Ärger.. ;0) )- was ich so aus der (Arzt-)-Praxis weiß:
    DAFÜR schlucken die Jungs alles… ;o)) Kritik- und grenzenloser Wunderglaube gehen in diesem Bereich seit Anbeginn der Welt durch alle Kulturen..
    Die absurdesten stories, die ich so anhören durfte, erzähl ich Dir besser am Telefon..

    Wissenschaftlicher formuliert: Aroniasaft ist ein hochpotentes (hihi) Antoxidans – somit wird die Durchblutung gefördert – logischerweise wirkt das “ganzheitlich” – ok?!

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  14. Jörg Holzmüller (ehemaliger Mitstreiter) 21. März 2007, 20:42

    … also ich könnte ich euch ja Geschichten erzählen vor dem regelmäßigen Genuß der Aroniabeere und danach!!! :-)

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  15. Jürgen 21. März 2007, 20:48

    Jetzt machst du mich aber richtig neugierig..lol
    Vielleicht sollten wir auch mal telefonieren.

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  16. Jörg Holzmüller (ehemaliger Mitstreiter) 21. März 2007, 20:50

    … besser einen Schluck Aroniasaft trinken. Ist eigentlich deine Frau in der Nähe? :-)

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  17. Jürgen 21. März 2007, 20:57

    Nö !
    Warum ?

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  18. Manuel 21. März 2007, 20:59

    *räusper*

    Bitte hier mit “Heilaussagen” zurückhalten, sonst habt ihr schnell den Verband s*zialer Wettbewerb an den Hacken…

    😉

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  19. Jürgen 21. März 2007, 21:04

    *gruselig* noch ein Verband…lol

    mich hat eigentlich eher das “danach” interessiert

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  20. Doc Sarah Schons 21. März 2007, 23:07

    …also: meine gruselige Erkältung (siehe mein commet zu Kirstins “Die Hoffnung stirbt zuletzte” Artikel) wird nach 1 Liter Aroniasaft deutlich besser!!!
    (Wie jede gestandene Ärztin hab ich natürlich keine Medikamente zu Hause)

    Morgen bin ich wieder fit – und werd den Tablettenjunkies unter meinen Patienten Aronia-Saft verordnen. So!

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  21. Manuel 22. März 2007, 11:18

    Noch einmal zurück zum eigentlichen Thema:

    Wie wäre es denn, wenn ihr eine Probeabfüllung macht, und zwar in den kleinen (Aronia)-Flaschen? Ein Kontingent verteilt ihr dann an die Saftblogleser und eure Kunden / Multiplikatoren.

    Ihr richtet ein kleines Miniblog (a là Max in der Kelterei) ein, wo es nur um das G-Projekt geht. Eure Tester testen (ach!) den Saft und schreiben ihre Erfahrungen, Verbesserungswünsche (Geschmack, Konsistenz etc.) nieder.

    Dann könnt ihr die………..

    [ den Rest lieber per E-Mail oder Telefon – es lesen ja auch Mitbewerber hier :-) ]

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  22. Klaus-Martin Meyer 24. März 2007, 22:43

    Vielleicht kann man auch mal mit der Firma Hempro kooperieren.
    Hanfsamen werden sicher auch aus ähnlichen gründen gegessen, wie der aronia-saft getrunken.

    grusz
    klm

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  23. Manuel 26. März 2007, 10:51

    Hey, der Aronihanf 😉

    Warum nicht? Wenn´s schee macht, oder besser noch: die Gesundheit unterstützt (merke: nie nie nie stärken in Verbindung mit Gesundheit bringen, zumindest nicht bei NEM, dass wäre dann nämlich eine Heilaussage…)

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  24. URS 27. März 2007, 22:59

    Ich kenne Granatäpfel aus dem Urlaub und vom Wochenmarkt. Ich finde es lästig, diese Dinger zu essen, denn mich stören die Kerne schon recht arg — zu groß zum ignorieren wie bei Weintrauben, zu klein und zu viel zum im-Mund-aussortieren wie bei Datteln oder Pflaumen.

    Leider braucht der Granatapfel wohl viel Sonne und Wärme und passt nicht ins deutsche Klima, wie Zitrusfrüchte.

    Als Saft, vielleicht mit etwas Apfelfruchtsüße, kann ich mir Granatapfelnektar in der Saftbox sehr gut vorstellen. Da aber das Zeugs im kalten Deutschland nicht wächst, habe ich nichts dagegen, wenn ihr das aus dem Programm lasst — schließlich seid Ihr auf heimische Früchte spezialisiert.

    Wo bekommt Ihr eigentlich die Orangen her?

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  25. Jörg Meyer 28. März 2007, 13:39

    Granatäpfel, Granatapfelsaft aus der sicht qualitätsbewußter Bartender:

    Vorgeschichte:
    Grenadine ist ein Bestandteil vieler Klassischer Cocktails. Am Anfang des letzten Jahrhundert tauchten die ersten klassichen Drinks mit dieser neuen Zutat auf. Echte Grenadine besteht aus Granatapfelsaft und Zucker, ein Granatapfelsirup.

    Die Bar erlebt seit Jahren eine Rückkehr klassischer Getränke. Profibartender reduzieren klasssiche Drinks auf ein Minimum an Zutaten, wählen diese Zutaten aber bewußt aus. Dieser Trend verstärkt sich auch in Deutschland – Neben der Herstellung von eigenem Ginger Beer, Falernum, Bitters etc. fängt auch in Deutschland ein kleiner Teil leidenschaftlicher Mixer an, Grenadine wieder selbst herzustellen.

    Die derzeit angebotenen Grenadine Sirups sind schlichtweg durch die Bank schlecht. Zuckersüß und in der Regel mit künstlichen Himbeer Aromen statt mit Granatapfelanteil.

    Ich für meinen Teil habe bislang Granatäpfel bestellt, diese gepresst, den Saft erhitzt und mit Zucker versetzt und abkühlen lassen.

    Zwei Probleme hierbei:
    – Es ist eine echte Schweinerei Granatäpfel zu bearbeiten und ein nicht zu unterschätzender Zeitaufwand diesen Sirup selbst herzustellen.

    – Die Verfügbarkeit von frischen Granatäpfeln schwankt und ist Bartendern, fernab von Großstädten, nur schwer möglich.

    Bislang haben in Deutschland einzig die Firma Rabenhorst mit Ihrem Biograntapfel Muttersaft gefunden um sich das Auspressen zu ersparen.

    Sollten Sie an einem Bio Granatapfelsaft arbeiten, stellen wir diesen gerne unseren Bartendern vor. Vielleicht gehen Sie sogar einen Schritt weiter und stellen dem Deutschen Markt die erste brauchbare Grenadine zur Verfügung – ich glaube es werden sich genug Bartender finden, die bereit sind, hierfür einen deutliche höheren Preis zu zahlen.

    Falls Sie Fragen dazu haben, schicken Sie mir eine e-mail.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jörg Meyer

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  26. justin494 3. Mai 2008, 16:19

    Hallo alle zusammen.
    Ich habe heute gehört das ein neues Produkt auf den markt kommen soll! 100 % Granatapfelsaft.
    Der Saft soll vom Fresenius Institut kontroliert und zertifiziert sein!!
    Der Saft soll “Mirage” heißen und ist das deutsche Gegenstück zu Miri Grand Ltd. Aserbaidschan.
    Der Saft ist 100 % aus Granatpfelsaft und ohne Konservierungsstoffe oder jeglichen anderen Zugaben und er schmeckt einfach.
    Ich habe es auf der letzten grünen Woche in Berlin probiert und war fasziniert, dass es wirklich noch einen Granatapfelsaft gibt wo man sofort merkt das es sich um einen 100% Direkten Granatapfelsaft handelt! Weiß vielleicht jemand wo man diesen Saft her kriegt?? Wo wird er verkauft??

    p.s. Ich würde mich über jede antwort freuen!

    Gruß

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