Wie sage ichs dem Kunden?

von: Kirstin Walther am 05.10.2007, 12:14 Uhr in Unsere Mitarbeiter

Vor einigen Tagen hatten wir eine Reklamation von einem unser wichtigsten Händler. Ein Stammkunde desselben hat nach Ausleeren der Saftbox die Verpackung auseinandergenommen. Also den leeren Beutel aus der Box geholt und eine seltsame Entdeckung gemacht.

O-Ton der Einkäuferin: “Ich glaube nicht, dass solche Ware an Kunden ausgeliefert werden sollte!!!”

Ich war erstmal völlig perplex und ging alle Arbeitsabläufe durch, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, wann jemand während des Abfüllens dafür Zeit haben sollte, einen Aufkleber dieser Art zu beschriften. Ein Gespräch mit meinem Bruder Jens brachte Licht ins Dunkel. Wie man sieht, werden unsere Beutel in der Endlosvariante verarbeitet.

Sowohl beim Beutelhersteller, als auch bei uns, gibt es dann einen Punkt, an dem diese Endlosrolle mal zu Ende ist. Dann müssen wir, als auch unser Lieferant, den letzten und den ersten Beutel mit einem Kreppstreifen verbinden. Ich hatte gehofft, daß es niemand von unseren Mitarbeitern war. Aber nachdem wir diesen beschrifteten Beutel zugeschickt bekamen, war klar, daß es doch jemand von uns gewesen ist.

Auf dem unteren Bild sieht man unseren Abfüller von hinten.

Im Moment noch, hat immer ein Mitarbeiter die Aufgabe, die befüllten Beutel per Hand auf einem breiten Band abzulegen. Das ist natürlich ein recht stupider Job. Ein Spezialteil dafür ist in Arbeit und wird erst integriert. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß einem bei einer Arbeit dieser Art, die dämlichsten Einfälle kommen können und wenn ich ehrlich bin, konnte wir uns alle ein Grinsen nicht verkneifen. Nun muß ich das aber wieder in Ordnung bringen beim Kunden. Er bekommt die Box ersetzt, aber ich weiß noch nicht genau, wie ich das erklären soll… Vielleicht hat ja der verantwortliche Mitarbeiter eine Idee? :roll:

Update: Hatte eben ein Gespräch mit dem Mitarbeiter. Er hat sich entschuldigt und zur weiteren Aufklärung beigetragen. An diesem Tag wurden viel mehr Boxen als sonst abgefüllt und alle waren an der Grenze (ist ja noch in erster Linie Handarbeit). Dieser Aufkleber war vielmehr als “Instant Message” an die Mitarbeiter gedacht, die die Beutel am Ende des Bandes dann verpacken. Er ging davon aus, daß sie den Aufkleber lesen und dann abziehen.





Kommentare

17 Kommentare
  1. Manuel 5. Oktober 2007, 10:29

    Sorry, aber ich musste gerade wirklich lachen… *g*

    Das ist so absurd, da kann man als Aussenstehender wirklich nur schmunzeln ;-)

    Ich denke aber, ihr kriegt das wieder hin! Und wenn der Mitarbeiter mit nem Blumenstrauß zum Kunden fährt ;-) )

    Schönes Wochenende!

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  2. Kirstin Walther 5. Oktober 2007, 10:38

    Oh danke, Manuel. Das mit dem Blumenstrauß ist eine ganz hervorragende Idee. :o )

    Also ich freue mich immer WAHNSINNIG über Blumen, wahrscheinlich weil man sie so selten bekommt. *schönenaugenaufschlagmach* :o )

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  3. Tom 5. Oktober 2007, 12:20

    Hallo Saftblogger,

    ich habe herzlich lachen müssen, als ich die Geschichte gelesen habe. In meiner Studentenzeit habe ich bei einem Zahnmedizinausstatter gearbeitet und am Fließband Anästhetika eingedost. Da kommen einem in den acht Stunden durchaus mal dumme Ideen – und die harmloseren testet man dann schon mal aus. Irgendein Zahnarzt durfte sich beispielsweise über einen im Mikroformat gefalteten Papierflieger freuen, der auf dem Ampullen ruhte – quasi ein Überraschungs-Narkotikum ;)

    Beste Grüße
    Tom

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  4. Martin 6. Oktober 2007, 09:19

    Wo gearbeitet wird, da menschelt es.
    Muss denn wirklich gleich ein Fass aufgamacht weden wegen so einer Lappalie? Wie auch immer: DER TON DER BESCHWERDE MACHT DIE MUSIK…

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  5. Manuel 6. Oktober 2007, 09:48

    @ Kirstin:

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  6. Ute 6. Oktober 2007, 12:03

    Coole Geschichte ;)

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  7. Kirstin Walther 6. Oktober 2007, 12:29

    Danke, mein lieber Manuel. Genauso hatte ich das gemeint. *kicher*

    Hey Ute, schön Dich zu sehen/lesen. Wie gehts Dir denn?

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  8. Gerhard Zirkel 6. Oktober 2007, 15:48

    :) Ich hab mich grad gekugelt vor Lachen. So etwas kommt halt bei den besten Firmen vor.

    Einer macht Käse, keiner merkt es und schon kommt sich der Kunde veräppelt vor…

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  9. Michael Lalk 6. Oktober 2007, 18:05

    Eine ähnliche und recht unangenehme Peinlichkeit haben wir vor ein paar Monaten erlebt. Ein Kunde stand dick in der Kreide und bestellte wieder Ware, versprach aber, vor Abholung alte Rechnungen zu bezahlen. Anweisung von der Buchhaltung: Erst ausliefern, wenn bezahlt. Vorher nachfragen.
    Da hat der Lagerist auf einen Zettel geschrieben: “Oberfaule Sau, nicht ausliefern, der muß erst bezahlen, bevor er was bekommt.”.
    Irgendwie landete bei der Auslieferung dann der Zettel im Karton zur “Freude” des Kunden und wurde mir dann genüßlich präsentiert.
    Hatte aber doch etwas Gutes: Er hat dann immer prompt bezahlt.

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  10. Ludger Freese 8. Oktober 2007, 21:56

    Wie schön, dass so etwas auch woanders passiert.
    Bei uns hat sich eine Kundin beschwert, die mitten auf ihrem Krustenbraten ein Stempel von der Fleischuntersuchung fand. Die Kundin beschwerte sich am Telefon. Die Verkäuferin am Telefon wollte mir das Gespräch rüberstellen, hatte aber vergessen, die Warteschleifen zu drücken. “Da ist die Bekloppte daran… mit der Schwarte!” *Ups-Schluck*
    Mit einem Blumenstrauß konnten wir die “Schwarte” glätten…

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  11. ednong 8. Oktober 2007, 23:12

    Hihi,
    hat dann auch der 476. Beutel so einen Aufkleber? Quasi Teil 2?
    ;) Köstlich.

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  12. Manu 9. November 2007, 01:09

    Bin über Stefan Niggemeiers Blog auf diese Geschichte gestoßen – sehr nett :-) Er sucht Beispiele für Unternehmen, die eine Krise durch Transparenz zum Positiven wenden konnten, anstatt sie zu vertuschen.

    Grüße aus Frankfurt

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  13. Dennis Knake 4. Dezember 2007, 11:44

    LACH. Richtig so, einfach locker bleiben. Es kommt schließlich drauf an, was in der Tüte ist, nicht obendrauf.

    Dabei fällt mir ein, mein Saftvorrat geht lansgam zur Neige.. ;-)

    Erinnert mich an eine Geschichte damals bei einer Tageszeitung: Ein Kunde wollte eine Todesanzeige aufgeben, wusste aber nicht, ob der Text nicht doch zu lang wird. So markierte er eine Passage für den Setzer mit “wenn noch Platz ist”.

    In der Zeitung erschien dann am nächsten Tag sinngemäß: “Opa möge, wenn noch Platz ist im Himmel, friedlich ruhen.”

    DAS ist schlimmer als der Saftzettel ;-)

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  14. Chris Donner 27. Mai 2008, 14:41

    *lol*

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  15. Johannes Lohmeyer 22. Dezember 2009, 18:29

    You made my day. Das erinnert mich an diverse “Dummheiten” von Auszubildenden und die Schwierigkeit, die ich jeweils damit habe, sie mit bierernstem Gesicht ´”zusammenzufalten”, obwohl ich mich innerlich vor Lachen kaum halten kann…

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  16. Maik Thomas 22. Dezember 2009, 20:02

    also dieser ludger hats doch tatsächlich getopt :D ! klasse ! xD

    aber solche telefon peinlichkeiten kennen wir bei uns in der bürogemeinschaft auch zu genüge. einer telefoniert mit dem kunden . der andere kommt durchs zimmer und rülpst einmal ganz laut :D ! der auflegen knopf wird gedrückt und alle werden ganz rot ! naja sowas passiert eben. das geht den menschen wie den leuten. klar ist sowas nicht grad unbedingt die anstandsknigge. aber he, sind wir doch mal ehrlich. wem ist denn im leben nicht schon mal was total peinliches passiert ? :D

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  17. Tomster 1. Februar 2010, 14:50

    ich lach mich weg (und das hätte ich anstelle des kunden wohl auch gemacht)
    .
    erst hab ich mich wegen dem beutel rumgekugelt, aber nach der bildlichen vorstellung mit dem rülps bekomme ich langsam atemprobleme.

    “entschuldigen sie, wie haben hier einen bären im büro. ich rufe sie gleich zurück” :D

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