Saftnews, Saftblogs und Saftläden
von: Kirstin Walther am 17.03.2010, 17:30 Uhr in Öffentlichkeit
Als ich gestern den Twitteraccount des Verbandes der deutschen Fruchtsaftindustrie entdeckte, hab ich mich sehr gefreut. Und noch ein bißchen mehr freute ich mich, als ich dann in deren Tweets von dem ebenfalls ganz frischen Blog erfuhr. Vorgemerkt hatte ich mir deshalb auch, in einem Saftblog-Post darauf einzugehen. Wir sind seit vielen Jahren Mitglied in diesem Verband und ich kann es nur begrüßen, daß nun auch Onlinekanäle genutzt werden, um die Verbraucher – aber auch die Branche selbst, über Neuigkeiten rund um Säfte und deren Industrie zu informieren.
Heute morgen check ich im Auto meine Mails und staunte nicht schlecht über einen Google-Alert, der mich auf diese Seite weiterleitete. Das erste, was ich las, war die Überschrift “Fruchtsaft-Krieg: Verband macht Saftblog Konkurrenz”. Bitte lacht nicht, aber ich mußte wirklich kurz eroieren, welches Datum wir heute haben – um auszuschließen, daß es sich eventuell um einen Aprilscherz handeln könnte. Aber nein: Heute ist der 17. März 2010.
Mir gehen Dinge durch den Kopf, wie… Schlecht gefrühstückt? Falschen Saft getrunken? Nachrichten ausgegangen? Einen B..d-Zeitungsredakteur eingestellt? Mal ganz abgesehen davon, daß man ein Blog einen Tag nachdem es online ging, nicht auf diese Art und Weise beurteilen sollte. Wenn so damit umgegangen wird – von Leuten, die sich im Impressum auf den Pressecodex berufen – dann muß es einen wirklich nicht verwundern, daß es bei vielen Unternehmen Befürchtungen gibt, wenn man darüber nachdenkt Social-Media-Werkzeuge für die Kommunikation zu verwenden.
Also, ich weiß ja nicht, was Ihr denkt, aber ich finde das nicht gut und stelle mir unter Journalismus irgendwie was anderes vor. Oder besteht die Möglichkeit, daß da ein Redakteur mit besonders viel Humor saß und uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern wollte, weil der Winter schon so lang ist? Also ich bin da etwas ratlos…
Und Ihr Lieben dort beim Fruchtsaftverband: Bitte macht so weiter. Ich find das gut und viel besser, als einige andere das machen und außerdem kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß es Zeit braucht, man viel lernt während des Twitterns und Bloggens und dann einen Weg für sich findet, wie man über diese Kanäle am besten kommuniziert.


Hallo Kirsten,
das ist ja wirklich harter Tobak! Wie man aus einer neuen Mückenart direkt einen Elefanten macht (dazu noch einen gefährlichen). Der Herr Pressevertreter hätte doch ein wenig recherchieren sollen;-) Da wäre so manches klarer geworden.
Journalismus in Zeiten beständiger technologischer Beschleunigung kann oft nicht mit den Veränderungen umgehen. Wie der getroffene Hund der beißt, reagiert auch der Journalist dann im Affekt, instinktiv und unmittelbar (siehe Dein erwähnter Google-Alert).
Verdenken kann man ihm das nicht – altes Handlungsmuster und neue Zeiten passen halt nicht. Diese zwei Seiten müssen langsam angenähert werden – sollen sie etwas Ganzes werden.
Lassen wir doch die Vertreter der Pressezunft zum nächsten TwittWoch in Dresden am 23.04. kommen. Dann können sie aus erster Hand erfahren, was Online-Gespräche bedeuten. Kooperation lautet das Zauberwort – SocialMedia macht dies erst möglich.
Was meinen die anderen Leser?
Liebe Grüße aus dem Zug auf dem Weg nach Chemnitz zum TwittWoch. Leider -noch- ohne Steckdose und WLAN im Zug. Wird Sachsen auch hier Innovationsvorreiter wie in Sachen SaftBlog?
Ralf
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oder ist der 1. april infolge des langen winters doch in den märz gepurzelt?! jo, kirstin, komischer journalist… und jo, RalfLippold, guter vorschlag, die ewig gestrigen mal einzuladen
und an den verband: alles gute zum start und willkommen im web2.0 – wurd auch zeit: wir brauchen jede/n für die saftkultur statt saufkultur …
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Ärger Dich nicht, es gibt immer Leute mit dem Horizont einer knieenden Ameise.
In Deiner Quelle von dem Google Alert steht ja auch noch: “Und zeigt damit (im Gegensatz zum Saftblog) wie man es nicht macht: Reklame statt Kommunikation hat noch nie funktioniert.” Das ist ja dann wieder gute Werbung für Dich
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Vom “Fruchtsaft-Krieg” aus der Headline ist im Text nichts mehr zu lesen – und die ganze Story enthält weniger Inhalt als ein Teaser aus der BILD.
Ich tippe mal auf einen Fall von “Hauptsache, was gesagt”.
Ein Verband tastet sich langsam ins Web 2.0 vor (und von der Optik und den Texten her gar nicht so schlecht für die ersten Tage) und ibusiness.de wollte partout was drüber schreiben und dabei “Erster!” brüllen können.
Würd ich für Dich und den VdF durchaus positiv sehen: Der “Fruchtsaft-Krieg” als Eyecatcher zieht Klicks an und die Verlinkung mit den Blogs bringt Euch Klicks. Spätestens, wenn Leser/innen mit einem IQ oberhalb der Raumtemperatur das VdF-Blog ansehen wird ihnen nur noch ein lautes “Häää?!?” rausrutschen.
Und das schöne ist: Das Kopfschütteln der Leser/innen gilt dem Autor bei ibusiness.de.
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Hallo Kirstin,
ich kann deine Verärgerung vollkommen verstehen. Statt einer freundlichen Begrüßung eines Verbandes, dem ohnehin ein wenig Einsnulligkeit vorauseilt, gibt es direkt einen vor den Bug. Und das von einem Organ, das sich Trendscouting auf die Fahnen schreibt und innovativ sein möchte. Das ist nicht die feine Art.
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Juchuuu, KRIEG!
Ich habe mal in der Journalistenausbildung gelernt, dass man mit Kriegsbegriffen nicht arbeitet – gehört sich einfach nicht, gibt immer noch genug Leute, die sowas nicht lustig finden.
Ich finde trotzdem ihr solltet, wenn die Möchtegern-Presse das schon so sieht, auch wirklich ein wenig Krieg führen. Als Waffen schlage ich vor, ihr bekämpft euch eine Woche lang mit unterirdischen Schlagzeilen – das gibt bestimmt viele Klicks.
Die Menschen von dieser unseriösen Internetseite da haben die Messlatte ja nun schon recht hoch (tief?) gelegt…
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Hallo Kirstin,
Ja, jeder muss erst mal einen Zugang zum Bloggen finden am Anfang. Auch die Verbände.
Ich habe gerade dein Interview im t3n gelesen; und das hat mich nun auf den Saftblog gebracht. Ich wollte mir mal “das Kommunikationsinstrument” der Walthers ansehen und bin begeistert.
“Echt, bodenständig, natürlich” würde ich deinen Blog bezeichnen. Gefällt mir. Man lernt darüber, wo der gute Saft herkommt und bekommt auch noch ein paar private Eindrücke. Es zeigt mir:”So einfach kann Kommunikation sein!”
Ich bin froh, dass du zwar die Intrumente Blog und Twitter nutzt, aber nicht so in Web 2.0 Termini ertrinkst, wie viele andere das tun!
Also nur weiter so!
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Danke für die netten Kommentare zu iBusiness und zu meiner Intelligenz sowie zu den geheimnisvollen Hintergründen unserer Meldung. Nur kurz: Wenn ein Verband seine News “Blog” nennt und sich nicht einmal mit dem wohl wichtigsten Blog seiner Branche auseinandersetzt, dann darf man das ja mal mit hochgezogener Augenbraue vermerken. Und die Überschrift? Wie es in Bayern heißt: Ja mei! Ich gebs ja zu. Vielleicht ein bisschen ZU zugespitzt….
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Hallo Kirstin,
ich habe mir den Blog von juice-news.de angesehen, und er liegt meilenweit hinter dem Saftblog.
Alles sieht klinisch-industriell aus, nicht so mit Liebe gestaltet wie der Saftblog.
Die Kommentarfunktion ignoriert Umbrüche, und die Grafiken sehen aus, als ob ein Grafiker nur seinen Job macht und nicht wie Deine Layoutagentur updesign für ihre Arbeit brennt.
Unter den Verbandsseiten steht kein Name. Irgendsowas anonymes, der Chef freut sich, aber der Websurfer wird nur über Suchmaschinen dorthinkommen, aber nicht regelmäßig vorbeischauen wie beim Saftblog.
Also — weiter so mit dem Saftblog, der bei etwas häufigeren Veröffentlichungen garantiert weiterhin vor der Verbandsseite liegen wird. Der “Krieg” ist entschieden, bevor er losging.
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Durchgefallen … lieblos, auch wenn die Farben schön anmuten.
Neid trägt manchmal seltsame Früchte. Mach weiter so und wachse an den Herausforderungen.
LG Daniel (Dapema)
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Ein wenig off-topic, aber dennoch interessant:
Am 13.03.06 hatte ich ein lustigen Disput mit Ihrem Herrn Holzmüller. Manchmal reicht es einfach, wenn man ein paar Jahre wartet.
Es ging damals um den Woba-Verkauf und die Dresdner Schulden.
Ich schrieb vor vier Jahren hier in Ihrem Blog unter anderem:
“Ich erwarte eine Entlassungswelle nach drei Jahren und drastische Mieterhöhungen nach fünf Jahren. Alles andere wäre erfahrungsgemäß neu.
…
Das Thema Mieterhöhungen würde ich mir gerne in 3-8 Jahren noch mal anschauen und bis dahin vertagen – toller Vertrag hin oder her.”
Und was schrieb Ihr Herr Holzmüller dazu?
“Und: wir finden den Woba-Verkauf gut! … Und eben auch zum Woba-Verkauf haben wir einen klaren Standpunkt.
1. ist es gut für die Zukunft der Menschen in Dresden und
2. halten wir nichts von Unternehmen im Staatsbesitz.”
Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Auf Mieterhöhungen brauchten wir noch nicht einmal besagte 5 Jahre warten:
“Mieter entsetzt über neuen Gagfah-Vorstoß”
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2498082
Und zu Dresdens Schulden hier:
“Das Schuldenverbot wurde mehrfach umgangen. Durch Kreditgeschäfte hat die Stadt wieder 730 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Und es sollen noch mehr werden.”
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2497615
Wie Sie sehen, sehr geehrte Frau Walther, lag ich damals in allen Punkten richtig.
Zwei alte Regeln:
1) Eine private Wohnungsbaugesellschaft verdient Geld damit, in dem sie permanent Mieten erhöht und die Aufwände senkt.
2) Eher legt ein Hund einen Wurstvorrat an, bevor Politiker mit fremden Geld umgehen können.
Schade für Dresden.
Viele Grüße und viel Erfolg zumindest für Ihr Unternehmen,
Jens Käschel.
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