Frischverzehr von Aroniabeeren

von: Kirstin Walther am 11.08.2010, 21:21 Uhr in Aronia,Öffentlichkeit

Bei uns häuften sich in letzter Zeit Anfragen von Kunden, weil sie verunsichert waren von einigen Pressemeldungen (dpa) in denen gesagt wurde, daß rohe Aroniabeeren aufgrund von enthaltener Blausäure giftig seien. Nun gibt es endlich Aufklärung.

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Mir kam das die ganze Zeit schon spanisch vor, denn unsere Kunden, die Aroniapflanzen haben und wir selber auch, essen sehr gern Aroniabeeren direkt vom Strauch und es geht uns gut. Außerdem hab ich schon seit langem ein Bundesgesundheitsblatt hier, wo es unter anderem um Pflanzen für Kinderspielplätze geht, in dem die Aronia weil sie NICHT giftig ist, empfohlen wird. Dieses Blatt war kostenpflichtig, deswegen geht es als komplettes PDF nicht zu verlinken.

Nun hat sich zum Glück das Max-Rubner-Institut (ehemals BFEL) zu Wort gemeldet und klärt die Sache auf .

Auszug: “Nach Literaturangaben enthalten 100 g frische, rohe Aroniabeeren 11-20 mg des cyanogenen Gycosides Amygdalin d.h. etwa 0,6-1,2 mg gebundene Blausäure [2,3]. Dabei ist zu vermuten, dass der größte Anteil in den kleinen Kernen vorliegt, die beim Kauen sicher nicht vollständig zerkleinert werden. Eine einzelne Literaturstelle gibt einen Gehalt an freier Blausäure von 1,57 mg pro 100 g Beeren an [1]. Da frische Aroniabeeren aufgrund des hohen Gehaltes an Polyphenolen und organischen Säuren einen herb-säuerlich, adstringierenden Geschmack aufweisen, ist nicht davon auszugehen, dass diese Beeren in größerer Menge frisch verzehrt werden. Der Genuss einer kleinen Portion frischer Beeren ist deshalb als unbedenklich anzusehen. Zum Vergleich: Der Blausäuregehalt von süßen Aprikosenkernen, die als Snack angeboten werden, liegt im Mittel bei 2,4 mg pro 100 g [4].”

Dieses Institut war genau wie die Universität in Potsdam (wo ich auch gleich ne Anfrage hinschickte, wegen dieser komischen Meldung) an dem dreijährigen Aronia-Forschungsprojekt beteiligt, bei dem wir Industriepartner sein durften. Und in diesen drei Jahren wurde die Beere, der Saft und alle Zwischenprodukte genauestens unter die Lupe genommen.

Urheber dieser oben erwähnten Nachricht war wohl das AID (weiß es aber nicht 100 %ig, weil die Verteilung dann über dpa erfolgte), wo aber mittels Pressemitteilung das Ganze wieder richtig gestellt wurde.

So.. Da bin ich jetzt auch wieder beruhigt und wer möchte, kann gern in der Kelterei vorbeikommen – so in ca. zwei bis drei Wochen und mal von unserer Aroniahecke probieren und gern auch was mitnehmen. Die Beeren sind fast reif. Ich geb bescheid, sobald es soweit ist. Und ich versichere Euch, so herb und “adstringierend” schmecken die gar nicht, wie immer gesagt wird. Wetten? :-)





Kommentare

5 Kommentare
  1. Maik Thomas 11. August 2010, 22:48

    linguistige (oder wie man das schreibt) sprachentgleisung hier ? kirstin ? “adstringierend” 😀

    also ich komm auf jeden fall paar pflücken. vieleicht findet sich ja irgendwann auch ein günstiges verfahren die dinger wieder gefrierzutrocknen. von den testdingern damals habe ich bis zur übelkeit gegessen so jut waren die nämlich 😎

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    Kirstin Walther11. August 2010, 23:04

    Super, Herr Thomas, bei so einem Blogpost von Übelkeit zu schreiben… *kopfschüttel* Also nee 😀 Was für Testdinger meinst Du denn – beim Aroniafest? Und klar, einfrieren kann man die Beeren auch in der Kühltruhe. Machen ganz viele Kunden von uns. Die lutschen die dann im Sommer direkt als “Eisbeere”.


    Maik Thomas12. August 2010, 13:32

    nee ik meen doch die gefriergetrockneten die du uns damals ins alte büro mitgebracht hast. weeste nimmer ? ist schon bestimmt schon fast 2 jahre her wieder.



  2. Aroniaprobiertag oder so ähnlich… « Kelterei Walther – gesunde Obstsäfte seit 1927 23. August 2010, 12:24

    […] wie schon angekündigt in diesem Blogpost… es ist soweit. Die Aroniabeeren an unserer Hecke sind jetzt reif, groß und wirklich lecker. […]


  3. dk 7. Oktober 2010, 13:04

    Grapefruitkern-Extrakt soll wirksam sein gegen alle möglichen Viren und Bakterien.

    Gibt es hierzu schon vergleichende Studien?

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