Saftpreise und Kundenempfinden – Gastronomie vs. Saftläden

von: Kirstin Walther am 26.08.2010, 11:07 Uhr in Säfte und Nektare,Weblog

kellnerHallo, Ihr Lieben. Ich hab da mal ne Frage. Zugegeben habe ich dazu auch eine persönliche Meinung, aber es geht um Euch und wen sollte ich also sonst fragen.

Wir hatten ja jetzt längere Zeit nicht allzu viel mit der Gastronomie zu tun, erst wieder seit kurzem, weil es die neue Flasche gibt. Nun gibt es wieder Diskussionen (gab es früher auch schon), weil klar ist, daß ich die kleinen Gastroflaschen z.B. in Kürze auch im Internetshop anbieten werde, weil es Euer Wunsch war. Ich hatte das eigentlich nicht vor, weil ich dachte, das kauft eh keiner, aber wie so oft, ist es in Wirklichkeit ganz anders und nicht so wie es schon immer war oder wie andere es machen. Wir machen zwar so oder so einige Dinge ganz anders als der Rest der Branche und sind damit sehr erfolgreich, aber manchmal hänge selbst ich fest in den konventionellen Gegebenheiten. Aber zum Glück hab ich ja Euch. Anlaß für diesen Blogartikel ist übrigens ein Anruf von vorhin, wo mir mitgeteilt wurde, daß es nicht für gut empfunden wird, daß ich die Flaschen auch im Webshop anbieten will. Aber wie gesagt, das war früher auch schon so.

Einige Gastronomen scheinen folgende Sorge zu haben: Wenn sie einen Saft anbieten, den es auch in Geschäften zu kaufen gibt, glauben sie, daß ihre Gäste sich an dem Preisunterschied oder an der nicht vorhandenen Exklusivität stören könnten. Deshalb versuchen Sie für die Gastronomie eine andere Ausstattung zu bekommen. Zum Beispiel gleicher Saft – anderes Etikett oder andere Flasche bzw. Flaschengröße. Bei einigen Fruchtsaftherstellern wird das so gehandhabt. Es gibt eine Handelsmarke für Läden und eine Gastronomiemarke – aber es ist das gleiche Produkt in der Flasche.

Ich weiß nicht, ob das auch bei anderen alkoholfreien Getränken so ist, aber beim Bier ist das doch auch ganz normal. Keiner erwartet doch, daß er den halben Liter Radeberger in einem Restaurant zum gleichen Preis bekommt, wie in einem Supermarkt, oder? Bei uns im Arnsdorfer Saftladen – wo es auch Bier gibt – kostet die Flasche Radeberger (0,5 Liter) 0,62 Euro zzgl. Pfand. In anderen Geschäften bestimmt noch weniger. Was kostet der halbe Liter in Restaurants? Hab mal kurz gegoogelt und alle Preise liegen über 2,– Euro für den halben Liter. Ist ja auch irgendwie logisch, auch wenn ich die Kostenstrukturen in der Gastronomie nicht genau kenne. Aber da läuft eine Menge Servicepersonal rum, was bezahlt werden muß usw. Und das findet sich natürlich in den Preisen wieder. Bei Supermärkten oder anderen Geschäften ist das natürlich anders.

Nur verstehe ich eben nicht, warum wir immer wieder diese Diskussion haben. Wird das bei Säften anders empfunden, wenn man irgendwo essen geht? Manchmal sind es auch nicht die Gastronomen selbst, die das bemängeln, sondern die Getränkefachgroßhändler, die die Getränkebelieferungen für die Gaststätten übernehmen.

Wie empfindet Ihr das? Habt Ihr jemals begonnen zu rechnen, wenn Ihr in eine Getränkekarte schaut, was Ihr neulich im Laden dafür bezahlt habt? Und wenn Ihr dann merkt, daß es der doppelte oder dreifache Preis ist, habt Ihr Euch dann gesagt: Ich geh dort nicht mehr essen?

Irgendwie kann ich das nicht so richtig nachvollziehen. Aber Euch betrifft es und deswegen wollte ich mal Eure Meinung dazu wissen. Vielleicht mach ich ja einen entscheidenden Denkfehler. Die Meinung von Gastronomen wäre natürlich auch sehr interessant. Ich dank Euch schon mal und wünsche Euch einen schönen Tag.





Kommentare

32 Kommentare
  1. Die Kreativathletin 26. August 2010, 11:16

    Hallihallo,
    ich rechne definitiv nicht nach in einem Restaurant, ob und wenn ja wo oder um wieviel günstiger ich einen Saft im Supermarkt bekommen habe. Ganz und gar nicht. Denn ich sehe es genau so wie du: Der Service, die Umgebung, ggf. sogar die Aussicht oder das Kaminfeuer, was auch immer… das Alles sind für mich genug Gründe gerne mehr zu zahlen :)

    Ich finde es übrigens gut, dass die kleinen Flaschen auch im Webshop gekauft werden können. Denn genau sowas brauche ich zum Beispiel :)

    Friederike
    die Kreativathletin

    Antworten



  2. Heiko 26. August 2010, 11:17

    Hallo,

    ich sehe da kein Problem. Wenn ich in ein Restaurant gehe dann ist mir bekannt dass die Preise dort höher sind. Und ich würde mich veralbert vorkommen wenn z.B. meine gewünschte Biersorte oder Saftsorte in einer anderen Flasche serviert wird, als üblich. Ich verstehe den Unmut nicht.

    Viele Grüße

    Heiko

    Antworten



  3. Micha 26. August 2010, 11:19

    Ich weiß oft gar nicht, was der aktuelle Preis im Kaufmannsladen ist, wenn ich irgendwo einkehre. Meiner Meinung nach zahlt man im Restaurant den Aufpreis auch weniger für das Getränk selbst, sondern für das Drumherum. Das ist eben teurer, als die schnöde Flasche im Laden. Aber dafür habe ich mit meinem Saft aus der Kiste ggf. nicht dasselbe Erlebnis, was ich im Restaurant hätte.

    Mag allerdings sein, dass ich mit meiner Meinung da relativ alleine da stehe.

    Antworten



  4. null351 26. August 2010, 11:21

    M.E. totaler Quatsch! Wir sind mittlerweile im Jahr 2010 angekommen und da kann man ALLES irgendwie bekommen wenn man das will. Die Gastronomen bestellen doch bei GELOS oder gehen zu Selgros und Co. – da kann ein “normalsterblicher” auch seine Getränke etc. bekommen. Trinke ich eine Cola in der Gaststätte, bekomme ich sie meist gezapft oder aus der großen 1,5 l – Flasche. Das einzige was da anders als zu Hause ist, ist das Markenglas und natürlich der Preis – für eine 0,2 l – Gaststättenbestellung bekomme ich daheim eine ganze 1,5 l – Flasche! Wie wollen mir die Gastronomen denn das erklären?

    Am Ende ist doch entscheidend – will ich einen gesunden, leckeren Saft in der Gaststätte trinken, habe ich auch das nötige “Kleingeld” dafür. Motzer gibt es immer und überall, aber die motzen dann auch, wenn die Blume vom Bier nicht genau beim Eichstrich beginnt.

    Also, genauso machen wie du das denkst! Für jeden normal denkenden klarer Fall – bekomme ich Service, externes Dach über dem Kopf und eingedeckten Tisch inkl. Abwasch für meinen Saftgenuss, muss ich auch tiefer in die Tasche greifen als wenn ich im Laden um die Ecke das Getränk beziehe.

    Antworten



  5. Patrick Ziob 26. August 2010, 11:22

    Ich habe diese Argumentation noch nie gehört. Mir als Kunden wäre es sogar viel lieber, wenn ich den Saft, den ich gerne trinke, aus der Kelterei, der ich vertraue, auch in meinem Lieblings-Restaurant genießen könnte.

    Im Übrigen geht der Trend gerade in der ostdeutschen Gastronomie zu erkennbar regionalen Produkten. Ich war letztens bei Neubrandenburg in einem sehr edlen Restaurant essen, die in der Getränke- und Speisenkarte besonders auf die regionale Herkunft der Produkte hinwiesen.

    Die Argumentation Deiner Großhändler ist für mich überholt, Oldschool, analog 😉

    Gruß

    Patrick Ziob

    Antworten



  6. null351 26. August 2010, 11:24

    wo ist denn hier der Gefällt-mir-Button für Kommentare? 😉

    Antworten


    Kirstin Walther26. August 2010, 11:33

    Coole Idee! Ist notiert. Danke. :-)



  7. Konrad Gähler 26. August 2010, 11:24

    Ich finde es auch quatsch, die Flaschen nur an die Gastronomen zu verkaufen. Wenn sie jemand anders haben will – soll er doch. Das ist ein freies Land.
    In der Kneipe gucke ich schon ein bisschen danach, was bspw. das Bier kostet. Aber der Vergleich ist dann natürlich von Kneipe zu Kneipe. Und, ob man mir unter dem Namen “großes Bier” 0,4l andrehen will. Aber das ist ein anderes Thema.
    Also: Wenn es sich lohnt, solls die Flaschen ruhig überall geben, die Geschichte mit der gastronomischen Exklusivität ist an den Haaren herbeigezogen. Man geht doch nicht in eine Kneipe, weil man dort einen Saft bestellen kann, den man im freien Handel nicht geht. Sondern wegen 1000 anderer Dinge: leckeres Essen, gute Athmosphäre usw.
    k.

    Antworten



  8. Monika 26. August 2010, 11:27

    Natürlich ist der Preis in den Gaststätten höher! Da sollte gar keine Diskussion aufkommen.
    Aber wenn unter den Gaststätten ein Preisunterschied von 50 Cent bis zu 1€ pro Getränk sind, überlege ich wohl, ob wir da noch mal hingehen. Besonders, wenn werder Service, Ambiente … nicht besser sind.

    Antworten



  9. Andrea 26. August 2010, 11:35

    Kann mich den Argumenten der Vorredner nur anschliessen, aber damit Sie zeigen können, wieviele Menschen der Meinung sind, dass die wenigsten Verbraucher mit dem Taschenrechner im Restaurant sitzen und die Preise vergleichen, kommentiere ich auch gerne.
    .

    Antworten



  10. Kirstin Walther 26. August 2010, 11:35

    Ihr seid die Besten, danke daß Ihr Euch die Zeit genommen habt für einen Kommentar. Ich hab mal eben noch drei Gastronomen angetwittert. Deren Meinung würde mich natürlich auch sehr interessieren. Bin gespannt! :-)

    Antworten



  11. Daniel 26. August 2010, 11:35

    Hallo zusammen,

    Kurz als Vorwort: Ich arbeite an einer Tankstelle in #Leipzig und wir verkaufen das Bier oder einen Saft im groben doppelt so teuer wie im Laden.
    Wir haben auch einen REWE Markt im die Ecke der bis 22 Uhr offen hat. Die Leute kommen trotzdem zu uns und kaufen ihren “Kram” bei uns.

    Es gibt auch Kunden die sich über den Preis beschweren: Darauf lautet meine Antwort meisten “Geh doch wo anders Dein Zeug kaufen” und das nachts um 2 Uhr.
    Darauf hin meint dann der Kunde auch: “Die haben alle geeschlossen” und ich dann so: “Merkste was?”

    Ich persönlich bestelle sogar meine Getränke über einen Lieferdienst, da kostet mich die Kiste Bier auch 1,50€ mehr als im Laden. Dafür bringt mir es der Lieferdienst aber bis in den Flur und ich muss dazu sagen ich habe kein Auto.

    Den Luxus gönne ich mir :-)

    Wenn ich hier in Leipzig in die Kneipe gehe und mir ein Bier bestelle bezahle ich im Schnitt 3€, dafür bekomme ich im Laden fast 6 Flaschen, aber dann brauche ich auch nicht weggehen und mir das Bier an den Tisch bringen lassen.

    Mir ist wenn ich ein Bier trinken gehe das Geld nicht am Arsch festgewachsen, ich weiß doch vorher auch was mich das kostet.

    Wenn ich im Internet eine Flasche Saft bestellen will, dann kostet das ebend mehr als im Laden, vorallem wenn es den Saft in meiner Gegend nicht im Laden gibt.

    Gute Geschäfte wünscht,

    Daniel aus Leipzig

    Antworten



  12. Micha 26. August 2010, 11:36

    Übrigens, wo ist eigentlich das Originale Walthers-Saftglas? 😉

    Antworten


    Kirstin Walther26. August 2010, 11:38

    Gibt es – aber die gefallen mir nicht mehr. Wir lassen gerade neue anbieten. :-)



  13. Gerhard Schoolmann 26. August 2010, 12:20

    In der Gastronomie gibt es verschiedene Sichtweisen:

    1.

    Man listet bevorzugt bekannte Marken, die weit verbreitet sind, d.h. in der Regel auch viel beworben werden und in vielen Kanälen, also auch im Getränkefacheinzelhandel und/oder in Supermärkten usw. zu finden sind. Die Kommunikation mit dem Gast wird vereinfacht. Ohnehin bestellen viele Gäste direkt solche Marken, wenn sie keine Zeit oder Lust haben, in die Getränkekarte zu schauen.

    Bei Säften ist die Marktführerschaft nicht so ganz klar (Granini hat historisch ene gewisse Sonderstellung in der Gastronomie, aber das Image durch massives Engagement im Handel und Produkte mit niedrigem Saftanteil ziemlich ramponiert). Bei Cola würde man auf Coca Cola und/oder Pepsi Cola setzen. Natürlich ist bei diesen Marken die Preistransparenz der Endverbraucher gegeben. Schlimmer noch: solche Einzelhandelsmarken wie auch Brauereien beliefern den Handel günstiger als die Gastronomie und liefern sich in den Supermärkten einen Preiskampf. Der Gastronomi zahlt häufig viel mehr als das Produkt im Handel kostet.

    2.

    Man setzt auf mehr oder weniger exklusive Marken. Motive sind:
    – etwas zu servieren, was außergewöhnlich, selten ist, um dem Gast etwas nicht Alltägliches zu servieren.
    – den Preistransparenz mit dem Handel aber vor allem auch mit anderen Gastronomen zu mindern.

    Beispiele:
    – Geldermann Sekt (eine Marke von Rotkäppchen)
    – Burkhof-Kaffee (eine Marke und eine Tochter von Darboven)

    Bei Euren Säften sehe ich nicht, daß Kunden/Gäste den Preis in der Gastronomie mit dem Preis im Handel bzw. in Eurem Shop vergleichen, einfach weil die Marke und deren Preise zu wenig bekannt sind.

    Das Problem ist eher, daß Eure Preise mit den Preisen anderer Säfte verglichen werden, zumindest solange die besondere Qualität noch nicht verkostet worden ist. Bei Gastronomien, die Säfte unterschiedlicher Qualitätsniveaus anbieten (z.B. von Euch und von Granini, Bayla, Kumpf usw.), ergeben sich auf den Getränkekarten Preisabstufungen, die viele Gäste animieren, billigere Säften zu ordern. Man kann die höherpreisigen Produkte nur verkaufen, wenn man sie besonders hervorhebt, bewirbt, im Verkaufsgespräch forciert. Dazu sind aber nicht alle Gastronomen bereit bzw. es macht für sie keinen Sinn, sich für eine Marke besonders einzusetzen, wenn sich anderes einfacher verkauft und evtl. sogar eine höhere Spanne erlaubt.

    Bessere Chancen für Eure Säfte in kleinen Flaschen sehe ich deshalb
    – im Tagungsgeschäft, weil man dann ohnehin mit dem Veranstalter ausführlich redet und ihn vielleicht überzeugen kann, besondere Säfte zu kredenzen,
    – bei Frühstücksbuffets von Übernachtungsanbietern (wobei diese auch mit den Saftboxen arbeiten könnten und sie als Teil etwa des Frühstücksbuffets aufbauen könnten).
    – in Kantinen (z.B. der Studentenwerke oder von Unternehmen mit vielen white colour Mitarbeitern und/oder einem hohen Frauenanteil), weil dort der Aufschlagssatz meist niedriger gewählt wird. Die höheren Einkaufspreise – aus Sicht des Kantinenbetreibers – schlagen nicht so stark wie in der Gastronomie, die häufig mit Aufschlagssätzen kalkuliert, auf die Abgabepreise an die Kantinenbesucher durch.
    – in frequenzstarken Cafés etwa in Fußgängerzonen. Kleinflaschen werden hier häufig lieber verkauft als Saft in Gläsern, weil sie noch weniger Arbeit machen. Stark ist hier z.B. Pago, ein österreichischer Marktführer mit 0,2 l-Flaschen.
    – evtl. in Bars, weil Bartender verstärkt Wert auf hohe Qualität gehen bis hin zu Säften, die sie selbst frisch pressen. Es wäre vielleicht sogar sinnvoll, sich Rezepte zu überlegen, in denen Eure ganz speziellen Säfte wie Edeleberesche, Quitte, Rhabarber verwendet werden. Vielleicht mal Helmut Adam kontaktieren
    http://www.mixology.eu/

    Antworten


    Kirstin Walther26. August 2010, 12:53

    Danke, lieber Gerhard, für diesen langen und spannenden Kommentar und die vielen Tipps. Den muß ich mir noch ein paar Mal durchlesen, weil da so viel Wissen, Erfahrungen und Informationen drinstecken – direkt vom Fachmann. GANZ LIEBEN DANK und viele Grüße ins Café Abseits nach Bamberg. :-)


    Frank Hamm26. August 2010, 13:31

    > Frühstücksbuffets von Übernachtungsanbietern (wobei diese auch mit den Saftboxen arbeiten könnten und sie als Teil etwa des Frühstücksbuffets aufbauen könnten)

    Sollten/könnten die Saftboxen entsprechend gelabelt sein, also im eigenen Design und mit dem Logo vom Übernachtungsanbieter?

    Würden die Übernachtungsanbieter mit den Saftboxen Aufwand sparen, weil sie die Flaschen nicht hin- und hertragen müssten sondern in den Boxen 3 bzw. 5 Liter Saft hätten?

    Oder wäre für Übernachtungsanbieter eine Boxengröße von 10 Liter noch besser (falls machbar)?

    Ist mir gerade in den Sinn gekommen…



  14. Markus Roder 26. August 2010, 12:26

    Also ich schaue schon nach den Preisen in der Gastro – aber natürlich unter dem Vorzeichen, dass ich ERWARTE, dass Service, Ambieten etc. darin enthalten und die Preise daher höher sind.

    Faustregel: Eine Gaststätte ist (üblicherweise) übermässig teuer für mich, wenn sie Geträke mehr als 700% über dem Handel-EK anbietet. Weniger als 400% habe ich hier im Rhein-Main-gebiet aber auch noch nie erlebt, höchstens vielleicht im Odenwald.

    Und ob dann die Flaschenausstattung eine Andere als im Einzelhandel ist, geht mir ehrlich gesagt ziemlich am Allerwertesten vorbei. Kenne aber die Problematik INNERHALB DER BRANCHE noch sehr gut aus meiner Consulting-Zeit bei Underberg – und fand da schon, dass das mit hoher Wahrscheinlichkeit die wahren Sensibilitäten der Endkunden vollständig verpasst :).

    Antworten



  15. Martin 26. August 2010, 12:27

    Vielleicht wollen die Gastronomen eine exklusive Verpackung damit sie die, meiner Rechnung nach, höhere Gewinnspanne bei Säften rechtfertigen können (Bier EK x 3-4; Saft EK x 4-5). Das ärgert mich schon wenn man mit 3 Kindern essen geht.

    Antworten



  16. Spontiv 26. August 2010, 13:35

    Hm. Ich glaube nicht das jemand im Restaurant die Preise aus dem Supermarkt erwartet. Selbst in der gehobenen Gastronomie bekomme ich ein Glas CocaCola – und zwar zu Preisen zu denen ich mir im Supermarkt teilweise zwei Flaschen kaufen kann. Ist halt so – und getrunken wird es trotzdem.

    Ich denke auch das die gewünschte Eklusivität der höheren Gewinnspanne dienen soll – bekanntermaßen verdient der Gastronom an den Getränken, nicht am Essen.

    Antworten


    Spontiv26. August 2010, 13:48

    Mir fällt da noch was ein:

    Unabhängig von der Gastronomie: wir verwenden Saft in kleinen Flaschen hauptsächlich in Meetings, Schulungen und Konferenzen. Und das wiederum kenne ich jetzt nicht nur von meinem Arbeitgeber, sondern sehe das auch oft in anderen Häusern.

    Von daher wäre das vielleicht auch noch ein denkbares Einsatzgebiet.



  17. fundango 26. August 2010, 13:36

    Für mich muss es eine nachvollziehbare Spanne sein. Im Rackwitz kostet ein Prosecco (0,1l) stolze 3,10 Euro, in anderen Lokalen sicher noch mehr – das empfinde ich als Abzocke. Frisch gepresste Säfte sind fast überall wirklich brutal überteuert – und dabei so günstig und simpel gemacht! Ich finde eure kleinen Flaschen für den normalen Handel sinnlos (mehr Verpackung als Inhalt!). Aber in Restaurants würde ich mich drüber freuen.

    Antworten



  18. Monika 26. August 2010, 14:05

    Ich mache da keinen Unterschied zwischen Saft und anderen Getränken. Es ist auch klar, dass ich in einem Restaurant mehr bezahlen muss. Hier in Österreich trinkt man sehr gerne Säfte gespritzt, da zahle ich dann auch schon mal 3 Euro für einen Saft, der mit Leitungswasser auf 0,5 l aufgefüllt ist. Für das Geld würde ich im Supermarkt deutlich mehr von dem gleichen Saft erhalten.
    Aber – wie gesagt – das kann und darf man nicht vergleichen, weil im Restaurant ja noch viel mehr damit verbunden ist an Kosten.
    Die Säfte gibt es übrigens im Restaurant unter dem gleichen Markennamen. Hat wohl keiner ein Problem mit…

    Antworten



  19. Einzigartiger 26. August 2010, 14:09

    Hier scheinen sich ja nur Leute zu melden, die mit der Preisdifferenz zwischen Laden und Gastronomie keine Probleme haben. Auch ich gehöre zu dieser Gruppe, jedoch muss der Preis (sowohl vom Essen als auch von Getränken) zum Gesamterlebnis passen. Dazu gehört die gesamte Einrichtung, der Service und auch die Qualität der Speisen.

    Wenn beim Italiener eine Portion Nudeln mehr als €10 kosten, dann sollten diese schon hausgemacht sein und auch ansprechend präsentiert werden. Höflicher Service ist dann selbstverständlich. Wenn eine Kneipe Aldi-Nudeln mit Glas-Soße für diesen Preis anbietet, dann habe ich dafür kein Verständnis.

    Zum Thema: Das Gehabe mit der “Exclusivität” kann ich auch nicht verstehen. Es gibt ja auch Weine, die nur für bestimmte Restaurants angebaut und abgefüllt werden. Dass der Markt dafür da ist, kann man aber auch nicht abstreiten. Wie groß dieser Markt bei Fruchtsäften ist, kann ich nicht einschätzen. Wenn ich in ein sehr gutes Restaurant gehen, trinke ich lieber Wein. Hier muss es (bzw. sollte es) kein überteuerter Luxuswein sein. Eine Saftflasche auf dem Tisch wäre mir dann auch zu ‘einfach’. Wie schon gesagt muss das Gesamtbild stimmen.

    Persönlich muss ich meine Cola/meine Saft im Restaurant sowieso nicht aus einer Marken-Flasche bekommen. Ein Glas befüllt aus Flasche, Saftbox oder Zapfhahn tut es da genauso. Dies ermöglicht auch unterschiedliche Größe von Gläsern je nach Bedarf, also ein kleines Glas für die Kinder und ein großes Glas für mich :-P.
    Die kleinen Flaschen legen den Wirt auf eine bestimmte Größe fest. Dabei haben die meisten Gastronomen inzwischen begriffen, dass man Säfte nicht nur als 0,2 sondern auch in 0,4 oder 0,5l Gläsern anbieten muss. Die Flaschen müssen in der Produktion ja teurer sein als Saftboxen oder Fässer und somit müssen dann auch die Getränke für den Gast mehr kosten. Hier sehe ich leider den Mehrwert, den ich für einen höheren Preis erwarten darf, nicht.

    Zusammenfassend kann ich also feststellen, dass ich Saft in kleinen Flaschen überhaupt nicht benötige. Ich sehe aber ein, dass dafür scheinbar ein Markt da ist. Warum also nicht den gesamten Bedarf (also auch über den Shop) bedienen?

    Antworten



  20. Coffeekater 26. August 2010, 22:49

    Eine spannende Diskussion die Du hier ins Leben gerufen hast. Meine erste Reaktion war: Natürlich will ich als Gastronom ein Produkt haben was es nur exklusiv in der Gastronomie gibt. Beim weiteren Nachdenken über die Problematik schwinden allerdings die Argumente die dafür sprechen.

    Pro: Es ist für den Gast natürlich schon toll wenn er in der Gastronomie Produkte bekommt die er so nicht erwerben kann. Denn dies steigert das Erlebnis Restaurant-/Kneipenbesuch zusätzlich. Ich denke das neben den schon angesprochenen Faktoren wie Ambiente, Service, Musik, tolles Essen auch besondere Getränke einen zusätzlichen Anreiz liefern können.

    Contra: Es geht natürlich auch ohne da es sowohl bei Bieren und Softdrinks völlig normal ist das zu trinken was ich auch Im Supermarkt um die Ecke bekomme. Darüber hinaus ist es (Glücklicherweise) bei den meisten immer noch so, dass der Preis nicht das Auswahlkriterium für einen Kneipenbesuch ist.

    Die Idee mit den Saftboxen auf dem Buffet finde ich gut – da sollten wir beide noch mal drüber reden!

    Antworten


    Kirstin Walther27. August 2010, 11:20

    Danke, lieber Dirk. Auf Deine Meinung war ich sehr gespannt, weil Du ja sehr exklusive Dinge anbietest. Zum Beispiel Paul K oder auch die stylischen Pago-Säfte. Vorhin ging mir durch den Kopf, ob es nicht cool wäre, wenn dann Leute wie Du, die solche Sachen haben, den Leuten das verkaufen bei Bedarf – mit normaler Handelsspanne, so als Zubrot und wäre ja dann auch was Besonderes. Müßte man eben nur bekannt machen.. Aber nur so ein Gedanke. :-)

    Und wegen des Buffets: Sehr gerne natürlich. :-)
    lg aus Arnsdorf



  21. Lino 28. August 2010, 02:49

    Ich sehe überhaupt keinen Grund separate Produkte für Gastronomie und LEH / Getränkehandel zu haben, ob zum Schein oder real.

    Bei einer kleineren Marke wie Walthers wäre der ganze Werbeeffekt hin; der (hoffentlich) zufriedene Kunde würde versuchen eure Gastromarke die er im Hotel am Buffet gefunden hat im Lebensmittelhandel zu bekommen, der überzeugte Walthers-Privatkunde würde im Restaurant auf der Karte vermutlich nicht erkennen dass es sich um Walthers-Saft handelt.

    Gerade in Verbindung mit eurem regionalen Bezug habt ihr meiner Meinung nach eine starke Argumentationsbasis für den Verkauf unter eurem Namen. Schließlich habt ihr die Marke ja auch mit hohem Kostenaufwand aufgebaut.

    Zum Thema Saftboxen am Buffet: Hier habt ihr doch eigentlich ein wunderbares Verkaufsargument: HACCP. Durch die 3 Monatige Haltbarkeit ohne Kühlung hat man mehr Platz im Kühlschrank und man muss nicht am Ende des Frühstücks ein paar Kannen Saft wegschütten (Lass das jeden Tag einen halben Liter Saft sein, da kommt einiges zusammen)

    Antworten



  22. Dapema 31. August 2010, 22:52

    Hi Kirstin, die neue Homepage ist der Hammer, Kompliment an alle die mitgewirkt haben 😉 (leider komme ich erst heute dazu, sie mal anzuschauen)

    Ich war wohl einer der “ersten”, welcher die die neuen Flaschen gesehen hat. Habe Dir ja direkt meine ehrliche Meinung gesagt. Ich denke in der Gastronomie kommen sie an. Dein Etikett ist drauf und sollte natürlich auch in der Karte stehen.
    Aber vielmehr lässt mich die Geschenkvariante der kleinen Flaschen , z.B. gemischt, in der Saftbox nicht los. Denk mal darüber nach 😉

    LG und vielen Dank für die Saftpresse (n)

    Daniel (Dapema)

    Antworten



  23. Coleen Sosa 23. Dezember 2010, 20:01

    Danke, lieber Dirk. Auf Deine Meinung war ich sehr gespannt, weil Du ja sehr exklusive Dinge anbietest. Zum Beispiel Paul K oder auch die stylischen Pago-Säfte. Vorhin ging mir durch den Kopf, ob es nicht cool wäre, wenn dann Leute wie Du, die solche Sachen haben, den Leuten das verkaufen bei Bedarf – mit normaler Handelsspanne, so als Zubrot und wäre ja dann auch was Besonderes. Müßte man eben nur bekannt machen.. Aber nur so ein Gedanke. :-) Und wegen des Buffets: Sehr gerne natürlich. :-) lg aus Arnsdorf

    Antworten



  24. gesund und gut 26. Dezember 2010, 23:13

    Ich sehe da auch kein Problem . es ist nun mal so, im Restaurant sind die Preise eben höher. Der Restaurant kann doch nicht Aldi Preise haben. Wenn ich Bier zu Hause trinken will, fahre ich im Supermarkt. (Dafür sollen aber im Restaurant die Preise nicht die Diskothek Preise haben, wo man für einen Bier schon mal 5 Euro zahlt, das finde ich wieder unverschämt) – für mich zählt momentan nur eins: gesundes Essen. Und eure Produkte scheinen mir sehr gesund. Das ist das wichtigsten :)

    Antworten



  25. Markus 6. Januar 2011, 10:56

    Ich wohne in Spanien, und da sind auch die Säfte sehr beliebt, finde aber normal, dass im Restaurant die Preise vieeeel höher sind, die müssen ja auch die Arbeiter, Strom, Wassser etc etc bezahlen.
    Man sagt die Qualität muss man gut bezahlen, hier ist aber die Qualität niedrig aber teuer verkauft…ist einfach CLEVER!!
    :)

    Schönes neues Jahr wünsche euch allen!!

    Antworten



  26. Sonja 25. Februar 2011, 21:59

    Dieser Artikel hier ist ein tolles Beispiel dafür, wie gut es ist, “öffentlich über übliche Dinge nachzudenken” – vielleicht bleiben sie dann nicht mehr lange üblich 😉

    Ich finde es prima, wenn es kleine Flaschen auch für Normalbürger zu kaufen gibt. Auch die Frage nach “wie umweltfreundlich ist das denn” erübrigt sich bei manchen Leuten sicher: Ich beispielsweise kaufe meist nur Saft für Kunden, ich selber bin ein elender Wasserschlucker 😉 So oft habe ich aber keine Kundentermine, das ich angebrochene große Saftflaschen leer bekommen würde bevor sie schlecht werden… Ich weiß, das klingt wohl nach dem pragmatischsten “kleine-Flaschen-Grund” von allen 😉 Aber es ist ein Grund 😉

    Herzliche Grüße aus Köln,
    Sonja

    Antworten



Kommentar schreiben




Tip: Nutzen Sie den Gravatar Service um beim Kommentieren ein eigenes Bild zu verwenden.