Katastrophale Apfelernte 2010 und Hilferuf

von: Kirstin Walther am 07.10.2010, 18:49 Uhr in Obst,Saftblog,Verkauf

Aktualisierung (Update) zu den Zeilen weiter unten (unter dem Bild) – heute, Freitag 8. Oktober 2010:

Als ich diesen Blogartikel (unten) gestern abend als erstes bei Facebook postete, hatte ich überhaupt keine großen Erwartungen. Es dauerte glaub ich nicht mal eine Minute und schon hatte Maik bei Facebook geteilt und  Franz den Artikel bei Twitter veröffentlicht. Und plötzlich brach eine Welle los, die immer noch anhält. Ich kann einfach nicht beschreiben, wie sich das anfühlt. Man sitzt vor seinem Bildschirm mit Tränen in den Augen (vor Freude) und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Inzwischen sind quasi auch schon Äpfel auf dem Weg zu uns – hier aus Dresden. Der Baum eines älteren Herren in Weixdorf, der das alleine nicht schafft, wird nächste Woche von Pierre geplündert werden und weitere folgen. Das hatte ich gehofft – aber niemals geglaubt, wie sehr Ihr uns unterstützen würdet. Sogar von ganz weit weg wollen Leute Ihre Äpfel zu uns schicken (NRW, Österreich usw.). Das ist total lieb, aber die Transportkosten und der Aufwand  sind dafür einfach zu hoch. Es könnte sich lohnen, wenn irgendwo so 20 Tonnen zusammen gesammelt würden und dann mit einem großen LKW hierher kämen. Ich glaube allerdings, daß die Keltereien in anderen Gegenden Deutschlands sich dieses Jahr auch über jeden Apfel freuen.  :-)

Also ich wollte mich nochmal ganz dolle bei Euch allen bedanken. Das ist alles unglaublich für mich. Der Artikel wurde bis jetzt schon fast 1000 mal angeschaut!!! Und deswegen bin ich sicher, daß da noch mehr Äpfel dazukommen. Mein Bruder, der parallel alle potentiellen größeren Lieferanten abklappert, hat mir gerade gesagt, daß wir 150.000 Liter von einer Presserei in Süddeutschland bekommen können, der fast genauso schmeckt wie unserer. Das hilft auch noch ein Stück. Und mit der Riesenunterstützung von Euch, wird bestimmt alles gut. Und wenn das alles komisch klingt, was ich schreibe… das liegt nur daran, weil das einfach alles  so verrückt ist alles und ich niemals mit soviel Hilfe gerechnet hätte. Dabei wollte ich in erster Linie bescheid sagen, daß der Apfelsaft nicht so schmecken wird wie sonst und noch ein paar Äpfel mehr aus unserer Gegend versuchen zu bekommen. Ihr seid einfach unglaublich! Ganz vielen Dank für Eure Hilfe!!! Und ich bin mir ziemlich sicher, daß wir dieses Jahr das erste Mal ein Fest machen, um mit Euch gemeinsam die letzte Presse des Jahres zu feiern. So was muß einfach gefeiert werden! DANKE NOCHMAL FÜR EURE HILFE (auch schon im Voraus für alles)!!!! Ich drück Euch ganz doll. :-)

obstmangel

Ursprungsartikel von gestern (7. Oktober 2010):

Das linke Bild ist aus Oktober 2008 – das rechte hab ich eben geschossen. Nicht nur Alex und Thomas haben in diesem Jahr noch nie auf der Obstbunkerkante gesessen. Nein, das wichtigste überhaupt fehlt auch auf dem rechten Bild – die Äpfel. Und das im Oktober! Das gab es noch nie in über 80 Jahren Saftwaltherei. Das sagen auch alle anderen Keltereien.

Um das Ausmaß mal in Zahlen zu verdeutlichen: Wir benötigen/verkaufen  im Jahr ca. 600.000 Liter Apfelsaft. Das sind so ungefähr 750 Tonnen Äpfel. Nun ist es ja leider unmöglich, daß die Natur sich da so anpasst. 2008 zum Beispiel gab es zu viele Äpfel – 2009 eher durchschnittlich – ein bißchen zu wenig. Aber durch den Überschuß aus 2008 konnten wir 2009, also bis diesen August alles abdecken. In der Regel wechselt sich das auch immer so ab von Jahr zu Jahr, aber nun haben wir die zweite schlechte Ernte in Folge. In diesem Jahr lag es wohl zum einen daran, daß es zur Blütezeit extrem kalt war und keine Bienen unterwegs waren und durch das seltsame Wetter verschob sich alles nach hinten. Das ist die einzige kleine Hoffnung, die wir haben, daß gegen Mitte/Ende Oktober doch noch mehr reinkommt, als wie es sich jetzt andeutet. Aber es hilft eigentlich nicht nach Gründen zu suchen, weil man auf die Natur keinen Einfluß nehmen kann.

Normalerweise läuft im Oktober so was wie im Video hier unten ab:

Link: Lange Autsschlangen vor der Kelterei

Nach jetzigen Berechnungen bekommen wir vielleicht 20 – 30 % an Äpfeln zusammen, die wir eigentlich brauchen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir verkaufen solange wie Vorrat da ist – das wäre ein verheerender Umsatzeinbruch, den wir nicht ohne Konsequenzen verkraften könnten. Oder wir kaufen Apfelsaft zu von anderen Fruchtsaftunternehmen. Es gibt beispielsweise Zulieferbetriebe, die nichts anderes machen als Obst zu pressen und dieses dann in Form von Saft oder auch zu Konzentrat verarbeitet an Firmen wie uns zu verkaufen, die es dann in Flaschen oder ähnliches abfüllen. Das geht, aber hierbei gibt es ein weiteres Problem: Ihr werdet sofort merken, daß das nicht unser Apfelsaft ist, denn solcher Apfelsaft wird vorwiegend aus Plantagenobst und auch Lagerobst hergestellt, welches lange nicht so schmackhaft ist wie Obst aus Kleingärten und von Streuobstwiesen, wo wir es her bekommen. In der Vergangenheit mußten wir nur in Einzelfällen mal auf “Fremd-Apfelsaft” zurückgreifen, aber es war immer so, daß viele Kunden dann nachfragten, warum es anders schmeckt als sonst.

Die Preise für Äpfel und ergo Apfelsaft sind schon jetzt in die Höhe geschossen, weil es in ganz Deutschland und vorallem auch in Polen, dem Land, das die größten Mengen an Apfelsaft und Apfelsaftkonzentraten nach Deutschland exportiert (manchmal ist China an der Spitze), wenig Äpfel gibt. Neulich erzählte mir jemand von so einer Zulieferfirma, daß Leute aus Polen vermehrt mit viel Bargeld in der Tasche hier in Deutschland alle Äpfel wegkaufen zu absoluten Mondpreisen. Wir werden die Preise vermutlich nicht erhöhen müssen, aber im Umkehrschluß heißt das: Wir verzichten auf Gewinne mit einem Apfelsaft, der Euch nicht so gut schmecken wird wie sonst.

Das ist auch der eine Grund für diesen Blogpost, Euch mitzuteilen daß die gewohnte Qualität nicht leidet, weil wir irgendwas anders machen, sondern weil wir nicht genügend gute Äpfel ranbekommen. Wir werden aber tun was wir können, um so nah wie möglich an die gewohnte Qualität ranzukommen.

Der andere Grund ist: Vielleicht hängen in Eurer Gegend – also hier im Umland – noch Äpfel auf den Bäumen oder Ihr kennt jemanden, der nicht weiß wohin damit. Dann wäre es superlieb, wenn Ihr weitergeben könntet, daß wir dringend Äpfel brauchen. Die Äpfel können an uns verkauft werden oder aber in Säfte umgetauscht werden. Nähere Infos gibts hier im Bereich Lohnmost. Das wäre superlieb und würde uns wahnsinnig helfen. Die Mengen spielen keine Rolle. Ob es nun ein Eimer voll ist oder säckeweise Äpfel. Wir freuen uns über jeden einzelnen. Bitte beachten: Obstannahme ist immer nur von Montag bis Mittwoch.

Danke schon mal und liebe Grüße an Euch alle. :-)

Update: Wer uns Äpfel bringen mag, aber keine hat, kann auch mal hier vorbeischauen: http://www.mundraub.org/ oder auch dort Stellen eintragen, wo noch herren- oder frauenlose Äpfel stehen.





Kommentare

33 Kommentare
  1. Pierre 7. Oktober 2010, 19:20

    Hallo Kirstin,

    schockierend was ich hier lesen muss von dir! Es wäre sehr schade auf eure leckeren Säfte verzichten zu müssen. Und ich muss ehrlich sagen, dass mir als “Städter” und nur genießenden Endkonsument das ganze absolut nicht bewusst war!

    Ich habe gleich zwei Anfragen an Bekannte gestartet. Das Ergebnis steht grad noch aus und du wirst es via Twitter erfahren. 😉

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr diese Notsituation heilwegs gut übersteht!

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    Kirstin Walther7. Oktober 2010, 19:27

    Du bist ein Schatz! Dankeschön!



  2. Manuela 7. Oktober 2010, 19:23

    Hallo Kirstin,

    das ist wirklich eine Katastrophe. Ich hoffe ihr bekommt noch verspätet einiges an Äpfeln rein … ich drück ganz fest die Daumen.

    Gut, dass du vorab schon postest, dass die Qualität, nicht die ist, die wir gewohnt sind. Aber … ich für meinen Teil nehme das in Kauf.

    Zaubern kannst du schließlich nicht … und für die Kälte zur Blütezeit kannst du auch nichts! Alles Gute für dich und dein Team!

    Manuela

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    Kirstin Walther7. Oktober 2010, 19:30

    Danke, Manuela. Das ist einfach… Total lieb von Dir. Grüß Frank von mir bitte. Und danke nochmal!!!



  3. Bert 7. Oktober 2010, 20:28

    Als wir letzten Sonntag ins Elbsandsteingebirge fuhren (aus Richtung DD kommend), sahen wir kurz hinter Pirna (Ort weiß ich leider nicht mehr, war aber an der B172; vllt. Krietzschwitz?) eine große Apfelplantage, auf der “tonnenweise” die Äpfel auf dem Boden lagen. Das schöne Obst. Ich dachte sofort an Dich. Vielleicht könnt Ihr dort etwas abstauben? Dort waren nur ein paar Privatpflücker unterwegs, wie es aussah.

    Viele Grüße

    Bert

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    Kirstin Walther7. Oktober 2010, 20:34

    Danke, Bert, das ist ne super Info, auch wenns nur Plantagenobst ist, aber die Krietzschwitzer verkaufen ja auch unsere Säfte. Ich glaub die Plantagen gehören zu der Obstscheune, die dort ist. Ich ruf morgen mal dort an. DANKE!



  4. Andreas 7. Oktober 2010, 20:40

    Habt Ihr es schon mal in der Oststeiermark (Österreich) versucht. Braeburn und Idared, sowie viele alte Mostobstsorten werden in der nächsten Zeit in großen Mengen angeliefert. Leider wird der Transport nicht ganz günstig sein, aber die Mengen, die Ihr braucht, die sind vorhanden.

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    Kirstin Walther8. Oktober 2010, 12:39

    Danke, Andreas. Österreich wäre eine Art Notlösung, weil, wie Du schon richtig vermutest, die Transportkosten sehr hoch wären. Wir haben gerade noch 150.000 Liter auftun können aus Deutschland und die Unterstützung von Euch allen ist gerade so groß, daß wir zu dieser Notlösung vielleicht gar nicht greifen müssen.



  5. catapult22 8. Oktober 2010, 01:30

    Liebe Kirstin das klingt bedrohlich. Dir helfen ja auch keine 5 Äpfel weiter. 😉 Um wieviel Zentner geht es eigentlich? Vielleicht können wir nächste Woche mal skypen, telefonieren, Kaffee trinken, um Ideen zu generieren? Ich mag nicht auf Deinen Apfelsaft verzichten…

    Antworten


    Kirstin Walther8. Oktober 2010, 12:41

    Hey Du, bedrohlich ist es nicht unbedingt – aber eben doof, weil wir andere Qualität zum gleichen Preis an unsere Kunden verkaufen müssen. Aber wir können uns gerne zusammenrufen, weil ich davon ausgehe, daß es hier in der Gegend bestimmt noch einiges an Äpfeln gibt, die nicht geerntet werden. So auf alten Streuobstwiesen und so… Ich freu mich – bis dann später. :-)



  6. Sabine 8. Oktober 2010, 08:18

    Ich gebe zu, ich habe keine Ahnung von Ackerbau und Viehzucht, aber ich habe das subjektive Gefühl, dass hier am Bodensee Unmengen von Äpfeln auf den Bäumen hängen…

    Antworten


    Kirstin Walther8. Oktober 2010, 12:44

    Ja, Sabine, der Bodensee ist ne Region wo es ganz viele Äpfel gibt. Könnte sein, daß die vielleicht noch nicht reif sind. Da unten gibt es ganz viele Keltereien, die die bestimmt noch verarbeiten. Mein Bruder (Produktionschef) ist quasi den ganzen Tag am telefonieren, mit Keltereien in ganz Deutschland, die vielleicht noch Saft übrig haben, weil es dort bißchen mehr Obst gibt. 150.000 Liter wurden uns vorhin aus Süddeutschland schon zugesagt. :-)



  7. Sebastian S. Schwerk 8. Oktober 2010, 08:37

    Hi Kirstin,

    hier mal ein paar potentielle Websiten/Partner
    http://www.mundraub.org/map
    http://www.regionalefrische.de/

    Antworten



  8. ludwig 8. Oktober 2010, 08:46

    hi, tut mir leid sowas zu lesen, ich hoffe, es kommen nach diesem Aufruf Äpfel zusammen.

    Mein Vater baut in Hessen Bio-Äpfel an (siehe Link zur Website), aber das ist vermutlich zu weit weg…habe ihm aber mal den Link zu diesem Beitrag geschickt.

    Drücke Euch die Daumen!
    ludwig

    Antworten


    Kirstin Walther8. Oktober 2010, 12:45

    Danke, Ludwig. Ja der Transport könnte ein Problem werden und dann hat er ja Bio-Äpfel, die eventuell zu schade wären für unseren Apfelsaft. Aber vielleicht meldet er sich ja und mal sehen, was wir dann machen können. Danke Dir auf jeden Fall ganz dolle! :-)



  9. Katharina 8. Oktober 2010, 09:22

    Liebe Kirsten,

    wir haben gerade für Euch und alle anderen Mostereien in “Apfelnot” einen kleinen Aufruf über unsere Facebook-Gruppe gejagt. Dieser erreicht über 2000 Nutzer, vielleicht kommt ja so noch ein wenig Obst zusammen.

    Wir drücken die Daumen!

    Alles Gute,
    Katharina

    Antworten


    Kirstin Walther8. Oktober 2010, 12:46

    Danke Katharina. Find ich super, vorallem wegen der anderen Keltereien, fast alle haben dieses Problem in diesem Jahr – vorallem kleine wie wir, die noch richtig Obst pressen und so. DANKE! :-)



  10. Hilfe !! Apfelflut ! – Schnullerfamilie – Das Elternforum mit Herz und Verstand 8. Oktober 2010, 10:22

    […] Hilfe !! Apfelflut ! vielleicht kannst/magst du hier helfen ? http://www.walthers.de/2010/10/apfelernte-2010/ __________________ Tina *16.12.1980 / Tina 2.0 *07.12.2007 Katharina Maria 22.07.2010 […]


  11. Harald Link 8. Oktober 2010, 10:36

    Wenn Ihr Saft zukaufen müsst: Macht aus der Not eine Tugend. Erklärt den Kunden, warum im kommenden Jahr der Saft anders schmeckt. Macht eine Kampagne draus und bittet die Kunden um Treue und Loyalität. Denn so schwer das geschäftlich im kommenden Jahr dann sein wird: Es spricht für die Qualität Eurer Produkte in all den anderen Jahren. Weil Ihr es eben anders macht. Weil Ihr ein Naturprodukt herstellt. Und weil Ihr damit den Regeln der Natur unterworfen seid.
    Ich könnte mir vorstellen, dass diese Offenheit (und auch die Erläuterungen zu den Hintergründen) von den Kunden honoriert werden und dass sie Euch das Jahr über (wenn auch mit Einbußen) “tragen”.
    Viel Erfolg!

    Antworten


    Kirstin Walther8. Oktober 2010, 12:48

    Danke Harald, ja diese Information war der eine Grund dieses Blogartikels, daß der Saft anders sein wird als gewohnt. Kunden, die nicht so sehr im Internet unterwegs sind, wie unsere Blogleser, werden im Spätherbst dann über unsere Papier-Kundenzeitung informiert. Und die Unterstützung ist jetzt schon gigantisch (siehe oben) :-)



  12. URS 8. Oktober 2010, 12:10

    So ist die Natur. Vor ein oder zwei Jahren gab es kaum Birnen, diesmal gibt es keine Äpfel.

    Den Saft von Walther kaufe ich, weil es Direktsaft ist ohne Konzentrat aus fernen Ländern — ich hoffe einfach, dass die Obstbauern in der Gegend, die ihr Obst persönlich abgeben, sauber, fair und ohne Tricks arbeiten. Außerdem gefallen mir die Saftboxen sehr gut, weil der Saft ungekühlt bis zum Ende der drei Liter hält.

    Als Kunde würde ich von Saft aus der großen Region Dresden ausgehen, und von von irgendwo zugekauftem Saft oder Äpfeln enttäuscht sein.
    Für Euch als Firma kann ich jedoch durchaus verstehen, dass Ihr eine gewisse Mnge Apfelsaft im Programm haben müsst, weil einige Leute halt nur Apfelsaft haben wollen (Tip: Walthers andere Säfte schmecken auch gut!)

    Also, ich bleibe lieber bei Cranberry, Aronia und Birne, und vom Apfelsaft nehme ich eh’ höchstens eine Box im Jahr. Das eine Jahr Birnenfrei habe ich auch überstanden.

    Antworten



  13. Ludger 8. Oktober 2010, 17:06

    Wer in einem Restaurant eine „Hausplatte“ bestellt, der wird sicherlich schon unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. In bayrischen Regionen gibt es oft eine deftige und herzhafte Wurstplatte mir kräftigen Brotsorten. Hängt dem Lokal eine Fleischerei an, so ist die Erwartungshaltung noch größer. Unsere neue Karte findet man nun „Freeses Hausplatte August Freese“ (August Freese ist mein Vater)
    Heute Abend war nun eine Kundin im Lokal, die sich eine solche Hausplatte bestellt hat. Sieben verschiedene Wurstsorten, kräftiges Brot mit etwas Garnitur und natürlich der Fleischsalat wurden der sympathischen Dame serviert. Sie war schlicht begeistert und hat ein Wiederkommen „angedroht“ – „Hier schmeckt man, dass mit viel Liebe gearbeitet wird!“, war ihre Aussage nach dem „Vesper“. Das hören wir natürlich sehr gerne.

    Zu der „Wurstplatte fällt mir gerade eine uralte Werbung von uns ein. Vor einigen Jahren habe ich vier Fotos mit „Platten“ in einer Anzeige platziert. 1. Foto: Platten/Fliesen, 2.Foto: Fahrradreifen, platt, 3. Foto: Schallplatten, 4. Foto: Wurstplatten. Text dazu: „Es gibt viele Platten – unsere schmecken!“
    Liebe Kirstin, das muss ja ein sehr beklemmendes Gefühl sein, zu sehen, wie Umsätze, Kunden und die Qualität leiden, nur weil Mutter Natur nicht genügend Äpfel gibt. Du bist mit so viel Idealismus und Liebe bei Deiner Arbeit, dass so etwas noch schwerer wiegt. Ich habe schon oft von Euren langen Warteschlangen vor den Werkstoren bei der Obstannahme erzählt. So etwas ist einmalig!

    Was jetzt machen? Sicherlich könnte man große Apfelmengen aus anderen Regionen einkaufen, nach Arnsdorf bringen. Ich weiß aber gar nicht, ob andere Regionen genügend Äpfel haben.
    Weitere Möglichkeiten: 1. Über die Medien zu einen „Apfelsammeltag“ aufrufen und dabei die Problematik der Ernte erklären. 2. Mit neuen Produkten den Minderumsatz abfedern (freie Kapazitäten) 3. Kann man Fremdprodukte mit eurem Saft mischen? Wenn ja, dann aber kennzeichnen (nur mit 25 Prozent org. Walther-Saft) 4. Andere Produkte stärker bewerben, damit weniger Apfelsaft gekauft wird. 5. Eine „Schlussverkaufstermin ansetzen“, z.B. „Apelsaft ernte 2010 nur noch bis zum 30.03.2011“ (Wie bei Mon Chéri) 6. Durch Zeitungsanzeigen überregional nach Äpfel suchen (Zusätzliche Einnahmen für die Sammler) 7. Apfel-Abholdienst durch eigene Waltherfahrzeuge anbieten (Bargeld bei Abholung) 8. Befreundet Keltereien um Unterstützung bitten 9. Junge Apfelbäume zum Pflanzen spenden. (Walther spendet 1000 Apfelbäume für Streuwiesen! /Medien) 10. Übers Netz einen „Appel-Street“ anbieten, auf der Blogger, Freunde, Facebookfreunde, etc. kleine Apfelmengen zur Abholung anbieten, die dann immer weiter gereicht werden, bis sie in großen Mengen bei euch sind (oder Sammeldepots) Beispiel: Tina, Flensburg: 15 kg Äpfel nach Hamburg – Marc Hamburg 80 kg nach Braunschweig – Georg 65 kg nach Leipzig ins Depot (macht für diesen Weg: 160kg Äpfel)

    Es gibt bestimmt noch viele Wege, Kirstin. Ich drücke Dir/Euch alle Saftdaumen, damit genügend Apfelsaft in den Tanks ist. Gemeinsam schaffen wir das!

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    Steffen18. Oktober 2010, 09:32

    9. Junge Apfelbäume zum Pflanzen spenden. (Walther spendet 1000 Apfelbäume für Streuwiesen! /Medien)
    find ich gut, wobei ich natürlich auch sehe, dass das schwierig ist heute 1000 Bäume zu spenden, die ja nicht direkt heute für Äpfel für den Saft führen und wenn dann müsste man schon ein Event draus machen, wo die Leute hinkommen und jeder dabei Äpfel mitbringt. Medial noch mehr Bindung zu erzeugen als eh schon ist, wäre krass, würd ich sehen wollen :)



  14. Wenn Social Media funktioniert – Hilfe Dank Beziehungsaufbau und Authenzität – SocialNetworkStrategien – Crowdsourcing, Social Networks, Communities – alles rund um Social Networks, Communitymanagement, Marketing in Socialnetworks 22. Oktober 2010, 10:00

    […] Eine der sympathischsten Seiten zeigt Social Media, wenn Menschen anderen Menschen helfen. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie gut Social Media tun kann, ist die “Wir haben keine Äpfel Aktion von Kirstin Walther”. […]


  15. Numanoid 2. November 2010, 15:51

    Äpfel scheinen wirklich knapp zu sein:

    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2602904

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  16. Chris Donner 15. November 2010, 15:56

    Wer hätte das gedacht…

    Antworten



  17. Frank Reise 3. Dezember 2010, 22:28

    na ich hoffe doch nicht, dass das ein generelles Problem ist und die Preise dadurch steigen. Ich liebe den naturtrüben, will ihn aber nicht im übertragenen Sinne im Delikatessenladen kaufen müssen…

    Antworten



  18. Sebastian 27. Dezember 2010, 13:32

    Der ist der beste :-)

    Antworten



  19. LiDa 30. Dezember 2010, 14:17

    Apfelsaft ist mein Lieblingssaft. Jedenfalls wünsche ich eine gute Apfelernte!!!

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  20. kathrin 3. Januar 2011, 23:20

    hi kerstin – tolle website und toller blog! lies mir gerade deinen blog durch, und finde toll wir ihr so den einblick hinter die kulissen gebt usw…
    super, die aktion mit der apfelernte! bin begeistert!

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  21. Christine 28. Juni 2011, 10:27

    Kann man denn schon absehen, ob es dieses Jahr besser wird? Der Juni war toll, aber im Mai gab es immerhin ganz extreme Einbrüche eine Woche vor den “Eisheiligen”… ?

    Antworten



  22. Kirstin Walther 29. Juni 2011, 13:36

    Hallo liebe Christine, ja es sieht besser aus dieses Jahr. Wir hatten im Mai auch Frost, aber die Apfelbäume hier bei uns auf dem Grundstück tragen recht gut, dafür, daß sie ziemlich schlecht gepflegt sind. 😉

    Was Äpfel angeht, scheint es nur in einigen kleinen Gebieten Frostschäden gegeben zu haben – zumindest hier bei uns in der Gegend.

    Wir sind ganz guter Dinge, denn weniger Obst als im vergangenen Jahr kann es glaub ich gar nicht geben. :)

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  23. Apfelernte 2011 « Saft, Fruchtsaft und Fruchtnektar seit 1927 – Kelterei Walther 9. Dezember 2011, 21:26

    […] Ihr uns so super unterstützt habt, als wir im vergangenen Jahr dauernd vor leeren Apfelbunkern standen, wollte ich Euch kurz mal berichten wie die diesjährige Apfelernte ausgefallen ist. Ganz kurz gabs […]


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