Buchempfehlungen zum Glücklich(er) sein

von: Kirstin Walther am 29.07.2011, 10:30 Uhr in Nebenbei bemerkt

margerite

Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Blogpost schreiben, der zum “Weiterlesen” der Saftpresse dient, mit Verlinkungen zu den vorgestellten Büchern zum Thema Glück in dieser Ausgabe. Und ich grinse grad beim Schreiben, weil es um zwei Bücher ging, aber jetzt fiel mir noch ein Drittes ein, kurz darauf ein Viertes und immer so weiter. Das sind nicht unbedingt alles Bücher, die sich mit dem Thema Glück befassen – eigentlich nur zwei – aber die anderen haben mir selbst geholfen. Dabei geholfen, manche Dinge zu verstehen. Zu verstehen, warum man manchmal unglücklich ist, obwohl es keine offensichtlichen Gründe dafür gibt. Dabei geholfen, sich wieder daran zu erinnern, daß es viele und auch kleine Dinge gibt, die glücklich machen – nur vergisst man das die meiste Zeit. Und eh ich total abgleite – denn bei solchen Themen find ich kein Ende und schreibe ziemlich “fadenfrei” – hier meine Liste:

Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben von John Izzo

Dieses Buch hab ich nachträglich hier eingefügt, weil ich es auch erst später las. Mein Favorit im Moment, wenn es darum geht rauszufinden, was wichtig ist. Der Buchtitel.. naja. ABER – das ist zum Glück nicht irgendein Ratgeber, sondern in diesem Buch wurden Menschen im Alter zwischen 60 und 106 Jahren befragt, was sie am glücklichsten machte, was sie am meisten bereuen, was wirklich zählte, was sich als unwesentlich herausstellte und was sie gern früher gewußt hätten. Also echte Menschen, echte Leben.. Dieses Buch hat mir zunächst etwas den Boden unter den Füßen weggezogen, weil mir erstmal klar wurde, was falsch läuft. Aber vielleicht ist es ein guter Weg, erstmal das festzustellen, um dann rausfinden zu können, was einen glücklich macht.

 

Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück von Francois Lelord

Dieses Buch endeckte ich glücklicherweise vor langer, langer Zeit in Cems Blog. Es ist ein Roman von/über einen Psychiater, der sich aufgrund einiger seiner Patienten, nämlich derer, die eigentlich viel glücklicher sein müßten als andere, die wirklich Grund zum Unglücklichsein hätten, auf eine Reise begibt, um das Glück zu finden. Dieses Buch ist sehr leicht zu lesen, es hat einen wunderbaren, nicht immer offensichtlichen Humor und ist eins der Sorte, wo man immer wieder denkt: “Mein Gott, warum muß man sich dafür erst ein Buch kaufen, man weiß doch wie das ist mit dem Glück.” Ja also sehr empfehlenswert und ich habe immer einige Exemplare hier, die ich gern verschenke. Im Übrigen sind auch die anderen Bücher von Francois Lelord gut. Ich habe inzwischen drei oder vier von ihm.

 

77 Wege zum Glück von Wolff Horbach

Das ist eins der Bücher, die ich nicht von vorn bis hinten durchgelesen habe, sondern eher im “Rauspick-Modus”. Es behandelt das Thema Glück von der sachlichen Seite. Auch sehr interessant. Dieses war für mich so… Also – ich kann jetzt nicht reinschauen, weil es zu Hause liegt.. Zumindest dachte ich mehrmals an den Stellen wo Glück beschrieben wird: “Hey – Du bist eigentlich prädestiniert zum glücklich sein! Aber wo sind diese Eigenschaften hin?” Ja und dann gibt es halt viele Tipps, einfache Tipps, die wirklich helfen, man muß es eben nur tun. Wolff hat übrigens auch ein lesenswertes Blog zum Thema.

Um diese beiden Bücher geht es in unserer Saftpresse. Hier aber noch die anderen Empfehlungen:

 

Die Kunst des Liebens von Erich Fromm

Erich Fromm ist für mich irgendwie eh DIE Entdeckung der letzten Zeit. Dafür bedanke ich mich bei meiner lieben Freundin Sarah, die mich auf ihn aufmerksam machte. Fromm ist definitiv einer der Menschen, die ich gern getroffen hätte, um ohne Zeitlimit zu reden. Aber er ist schon seit 1980 nicht mehr unter uns. Dieses Buch hat mir vorallem geholfen zu verstehen, warum man sich manchmal so allein fühlt, warum alles manchmal so extrem oberflächlich scheint. Warum wir uns scheinbar immer weiter voneinander entfernen und viele nur noch an sich selbst denken. Und dieses Buch hat für mich auch mit Glück zu tun, weil ich glaube, daß man ohne Liebe nicht glücklich sein kann.

Es gibt ganz wunderbare Videos auf youtube, wo man ihn mal live erleben kann. Hier mal eins zum anfixen:

 

Ratschläge des Herzens vom Dalai Lama

Ein kleines Buch, das ich auch gern verschenke. Und man muß mit Buddhismus eigentlich nichts am Hut haben, um es zu mögen. Denn es geht um die “ganz normalen” Dinge im Leben. Kurze Gedanken von ihm an verschiedene Gruppen von Menschen, z.B. Politiker, Juristen, Journalisten oder auch Menschen, die in bestimmten Situationen stecken oder Eigenschaften haben, z.B. die Schüchternen, die Unglücklichen, die Kranken, die Einsamen usw. Es soll nicht abwertend klingen, aber das ist ein “Badezimmerbuch”. Und dort hab ich auch eins liegen. :-)

 

Dienstags bei Morrie – Die Lehre eines Lebens von Mitch Albom

Dieser Roman wurde mir mal während eines langen Gespräches über Werte empfohlen, das ich mit einem Bekannten führte. Hatte ich auch schon mal im Saftblog erwähnt vor einigen Jahren. In dem Buch erlebt man die letzten Tage/Wochen eines Professors, der gemeinsam mit dem Autoren, der ein Student von ihm war, sein Leben rekapituliert. Ja und die beiden reden darüber, was wirklich wichtig oder unwichtig war/ist, damit man eines Tages auf ein glückliches Leben zurückblicken kann.

 

Die 4-Stunden Woche – Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben von Tim Ferris

Einer der beklopptesten Buchtitel, die ich kenne, ja. Dazu steht der Autor allerdings, denn er hatte wichtige Gründe dafür, die man im Buch nachlesen kann. Dieses Buch – naja – ich habe nur den Anfang gelesen, so ca. die ersten 150 Seiten – diese dafür öfter. Aber diese Seiten waren irgendwie fast das Einzige, was mir vor einiger Zeit geholfen hat gegen schlimme Ängste anzukämpfen, die geschäftlicher Natur waren. Und sie haben mir geholfen, belastende Dinge loszulassen, meinen eigenen Weg zu gehen, ohne ständig Angst zu haben, weil er mitunter anders ist als andere Wege – zumindest eben im geschäftlichen Bereich. Es fiel mir danach kurz gesagt leichter, einfach ich selbst zu sein, das in Ordnung zu finden und somit auch glücklicher zu sein. Deswegen les ich da auch öfter drin, weil man zeitweise Rückschläge hat. Ansonsten kann man dieses Buch auch als Ratgeber verstehen, um eine Geschäftsidee auf einfache Art und Weise umzusetzen. Der Autor erzählt aus seinem eigenen Leben. Kurzweilig und auch mit Schmunzelfaktor. Das Besondere ist für mich, daß er den Leser immer “abholt”. Egal welche Zweifel einem kommen bei seinen unkonventionellen Ansichten, er räumt sie alle aus. :-)

Soooo… Das war sie – die Liste. Vielleicht ist ja was dabei für Euch. Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende und daß Ihr ganz doll glücklich seid oder werdet. :-)

Update:

Da hab ich doch glatt eins vergessen – und zwar:

Das Twitter-Buch von Tim O’Reilly

Das empfehle ich deswegen, weil ich über Twitter besonders viele tolle Menschen kennenlernen durfte, die jetzt zu meinem Leben gehören und ohne die ich definitiv unglücklicher wäre. Natürlich auch schon früher durch die Bloggerei – aber über Twitter vorallem die Leute, die bei mir in der Nähe wohnen und die ich somit ganz oft treffen kann. :-)





Kommentare

6 Kommentare
  1. Horst 22. Juli 2011, 15:12

    Das ist die ungewöhnlichste Sicht, von der ich bisher auf die 4-Stunden-Woche gehört habe. Ich glaube ich muss das Buch nochmal lesen. 😉

    Antworten


    Kirstin Walther22. Juli 2011, 15:18

    Ja, Horst. :) Ist nicht das erste Mal, daß ich mit diesem Buch auf so was wie Unverständnis stoße, aber vielleicht empfindet das jeder bißchen anders oder es kommt drauf an, in welcher Verfassung man es liest. Für mich wars zu dem Zeitpunkt halt extrem wichtig. :-)

    Jetzt überleg ich grad, warum ich das eigentlich gekauft habe… Aber irgendwie fällts mir nicht mehr ein blöderweise.


    Horst22. Juli 2011, 15:24

    Ich verstehe Dich da durchaus. Nur hätte ich das Buch da nicht als Hilfe empfunden. Dazu ist es ein wenig zu Marketer-lastig. Also man merkt, dass auf jede Erfolgsgeschichte, die er da erzählt, auch 9 Pleiten kommen. Wobei ich die grundsätzliche These ja gar nicht abstreiten will. Wenn man Aktivitäten im Social Web nicht als Arbeit zählt, lebt die halbe Online-Marketing-Branche so. 😎



  2. Glück, Burnout, Schuhe und Liebe :) « Saft, Fruchtsaft und Fruchtnektar seit 1927 – Kelterei Walther 13. Juli 2012, 21:52

    […] Der eigentliche Grund für diesen Artikel ist ja eine Art Weiterführung des Zappos-Artikels in der Saftpresse (Sommer 2012). (Seite 1 rechts unten und Seite 7 – Zappos ist ein Online-Schuhhändler – ein ganz, ganz besonderer). In diesem Artikel geht es auch um das Buch “Delivering Happiness”, das der Firmengründer Tony Hsieh geschrieben hat. Dieses Buch hat mir glücklicherweise der Paul im vergangenen Jahr empfohlen und es wäre eine Ergänzung für meine “Glücksbücherliste“. […]


  3. franka 5. Oktober 2012, 16:49

    Vielen Dank für diese wunderbare Liste! Bei Erich Fromm stimme ich 100% mit dir überein – die anderen fehlen mir leider noch in meiner kleinen Bibliothek. Umso dankbarer bin ich für die Hinweise und die guten Rezensionen :)

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  4. Das Herz im Kopf « Saft, Fruchtsaft und Fruchtnektar seit 1927 – Kelterei Walther 7. Dezember 2012, 16:12

    […] und noch lesen werde. Im Übrigen eigentlich auch eine gute Ergänzung zu den schon mal empfohlenen Büchern zum Thema Glücklichsein. Ich sag mal so: Dieses Thema – also die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung bestätigen […]


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